Innenpolitik

Coronakrise drückt Lebenszufriedenheit

Im internationalen Vergleich gelten die Österreicherinnen und Österreicher als besonders zufrieden. Die zur Pandemie-Bekämpfung verhängten Einschränkungen haben die Stimmung allerdings eingetrübt, wie im Auftrag der Universität Wien durchgeführte Befragungen zeigen. Besonders unzufrieden sind Frauen, die ihre Lebenszufriedenheit durchschnittlich nur noch mit 6,4 von 10 Punkten bewerten.

Frauen sind besonders unzufrieden SN/APA (Archiv)/BARBARA GINDL
Frauen sind besonders unzufrieden

In der europäischen Sozialerhebung European Social Survey haben die Österreicher ihre Lebenszufriedenheit vor zwei Jahren noch mit 8 von 10 Punkten bewertet. Ähnliche Werte zeigte heuer eine Aufstellung der Industriestaaten-Organisation OECD, in der Österreich auf Platz 5 von 33 Ländern landete.

Die Befragungen des "Corona-Panel" der Universität Wien zeigen nun allerdings einen deutlichen Rückgang: in den drei seit Ende März durchgeführten Erhebungen liegt die durchschnittliche Bewertung der Lebenszufriedenheit nur noch bei 6,4 bis 6,6 Punkten. Besonders deutlich ist der Rückgang bei Frauen (auf 6,2 bis 6,4 Punkte) - dabei waren sie im Jahr 2018 noch etwas zufriedener gewesen als die Männer.

Als einen möglichen Grund für diese Trendverschiebung nennt Raimund Haindorfer vom Institut für Soziologie der Uni Wien in einem Blog-Beitrag (http://go.apa.at/63YgCGYz) die Belastung durch die Kinderbetreuung. Diese wurde im aktuellen Ausnahmezustand durch die de facto Schließung von Schulen und Kindergärten den Familien aufgebürdet.

Besonders unzufrieden mit ihrer Situation sind Pflichtschul-Absolventen (6 bis 6,3 Punkte), während Personen mit höherem Bildungsabschluss eine etwas höhere Lebenszufriedenheit angeben. Dies spiegelt den bereits vor der Krise zu beobachtenden Trend wider. Grundsätzlich gilt in der Krise, dass zwar alle Bildungsschichten unzufriedener sind als zuvor, dass die Zufriedenheit mit der Höhe des Bildungsabschlusses aber ansteigt.

Quelle: APA

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