Innenpolitik

Coronavirus: Regierung plant flächendeckende Einführung von Antigen-Schnelltests an Schulen

Bildungsminister Heinz Faßmann und Gesundheitsminister Rudolf Anschober haben am Donnerstag neue Covid-Leitlinien an Bildungseinrichtungen vorgestellt. Die Schulen sollen möglichst lange offen gehalten werden. Antigen-Schnelltests sollen nach Pilotversuchen österreichweit eingeführt werden.

Antigen-Schnelltests sollen die Schließung von Schulen verhindern. SN/APA/ROLAND SCHLAGER
Antigen-Schnelltests sollen die Schließung von Schulen verhindern.

Nach intensivem Abstimmungsprozess zwischen Bildungsdirektionen, Landessanitätsdirektionen und Bildungs- und Gesundheitsministerium wurden bei einer Pressekonferenz am Donnerstagvormittag gemeinsame Leitlinien für Hygiene, Prävention und Verfahren der Gesundheits- und Bildungsbehörden vorgestellt.

Schulen sollen möglichst lange offen gehalten werden

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) betonten bei einer Pressekonferenz am Donnerstagvormittag, dass es das gemeinsame Ziel sei, die Schulen in Österreich so lange wie möglich offen zu halten. "Solange es vertretbar ist, soll der Schulbetrieb möglichst lange normal fortgesetzt werden. Kinder sind keine starken Überträger des Coronavirus", erklärte Anschober, der sich dabei auf Studienergebnisse der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) und des Robert-Koch-Instituts in Deutschland stützte. Faßmann erklärte in seinem Statement, dass "die Schule ein vergleichsweise sicherer Ort ist". Testungen hätten ergeben, dass die Durchseuchung in den Schulen sehr gering sei. Aktuell seien sieben von etwa 6000 Schulen in Österreich laut dem Bildungsminister geschlossen. Unter den bisher 5000 Covid-19-Tests an Schulen liege der Anteil positiver Ergebnisse bisher bei nur drei Prozent.

Pilotversuch bei Corona-Verdachtsfällen an Schulen in Niederösterreich und Tirol

Kommt es in Zukunft in einer Schule zu einem Corona-Verdachtsfall, soll der Abwicklungsprozess beschleunigt werden. Darüber hinaus soll verhindert werden, dass ganze Schulen geschlossen werden müssen. Möglich macht das die Einführung von Antigen-Tests an Schulen. Zeigt ein Schüler in einer Bildungseinrichtung Symptome einer Coronainfektion, soll ein mobiles Team zu der betroffenen Schule geschickt werden, um einen Antigen-Test bei der betroffenen Person durchzuführen. Verläuft der Test positiv, wird das Ergebnis der Gesundheitsbehörde gemeldet, das betroffene Kind nach Hause geschickt und der Unterricht der verbleibenden Schüler fortgesetzt. "Ich denke, dass Antigen-Tests den Umgang mit dem Virus positiv verändern werden", sagte Faßmann. Die Strategie soll zuerst in den beiden Bundesländern Niederösterreich (Bezirk Mödling) und in Teilen Tirols in Rahmen eines Pilotversuchs getestet und später österreichweit umgesetzt werden.

Unter zehnjährige Kinder gelten nicht mehr als Kontaktperson der Kategorie 1

Außerdem gaben Anschober und Faßmann bekannt, dass unter zehnjährige Kinder mit Inkrafttreten der neuen Verordnung nicht mehr als Kontaktpersonen der Kategorie 1 (K1), sondern als Kontaktpersonen der Kategorie 2 (K2) geführt werden. "Man sollte hier nach dem Alter differenzieren", sagte Anschober.

Des Weiteren sollen unabhängig vom Wohnort für alle Schüler eines Standorts die gleichen Quarantäneregeln gelten ("Standort-Prinzip").

Die Pressekonferenz zum Nachschauen:

Aufgerufen am 05.12.2020 um 08:20 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/coronavirus-regierung-plant-flaechendeckende-einfuehrung-von-antigen-schnelltests-an-schulen-94554631

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