Innenpolitik

Czernohorszky sieht Kopftuchverbot als Ablenkungsmanöver

Die SPÖ will an das von der ÖVP aufgeworfene Thema Kopftuchverbot in der Sekundarstufe nicht anstreifen. Der Wiener Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky meinte im Gespräch mit der APA am Rande des Forum Alpbach, es handle sich beim entsprechenden Vorstoß um einen "kläglichen Versuch", vom Thema Parteispenden abzulenken. Wie er zum Kopftuchverbot steht, sagte Czernohorszky nicht.

Der Wiener Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky hält wenig von der Kopftuch-Debatte SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Der Wiener Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky hält wenig von der Kopftuch-Debatte

Er sei durchaus bereit über das Thema zu reden, dann aber nur redlich unter Einbindung von Bildungsexperten und Religionsverantwortlichen. In Wien habe man das ja etwa in den Kindergärten gemacht, als man gemeinsam einen Ethik-Leitfaden erstellt habe.

Grundsätzlich hielt der Stadtrat fest, dass ohnehin erst via 15a-Vereinbarung bzw. gesetzlich Verbote für Kopftücher in Kindergärten und Volksschulen erlassen worden seien. Wichtiger wäre aber, entsprechend viel Personal zur Verfügung zu stellen. Denn wenn die gescheiterte Regierung alleine in Wien 300 Lehrer für Integration und Unterstützungsleitungen streiche, werde das nicht zu einer Verbesserung führen.

Letztlich gehe es bei der Kopftuch-Debatte immer nur darum, von unangenehmen Themen abzulenken, findet Czernohorszky. Dies sei für einen ehemaligen Regierungschef "unwürdig", so der rote Stadtrat in Richtung des türkisen Alt-Kanzlers Sebastian Kurz.

Quelle: APA

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