Innenpolitik

Deutsche schickten 10.600 Flüchtlinge nach Österreich zurück

Deutschland wies allein im ersten Halbjahr 2016 Tausende Flüchtlinge an der deutsch-österreichischen Grenze zurück. Wie viele sind davon in Österreich geblieben?

Deutsche schickten 10.600 Flüchtlinge nach Österreich zurück SN/robert ratzer
Die Deutschen ließen 2016 weniger Flüchtlinge einreisen (Archivbild).

Die Deutschen ließen an der Grenze zu Österreich heuer 10.629 Menschen nicht einreisen. Das geht aus der Halbjahresstatistik der Bundesrepublik hervor. Bei etwa jedem Vierten hat es sich demnach um einen afghanischen Staatsbürger gehandelt, gefolgt von Syrern und Irakern. Die Grenzkontrollen würden greifen, heißt es nach deutschen Medienberichten. Insgesamt würden an Deutschlands Außengrenzen immer mehr Menschen direkt abgewiesen, auch die Zahl der Abschiebungen sei gestiegen.

Der Sprecher des österreichischen Innenministeriums, Karl-Heinz Grundböck, sagt, die Zahl von mehr als 10.600 nach Österreich zurückgeschickten Menschen leite sich von den Tausenden Ankünften am Jahresanfang 2016 ab. "Da war die Balkanroute noch offen, mit Tausenden Ankünften täglich. Derzeit haben wir Alltagsbetrieb. Die Lage ist stabil." Grundböck spricht von 100 bis 150 Asylanträgen pro Tag. "Das ist nicht mehr vergleichbar mit der Situation im Jänner und Februar."

Wie viele von den 10.600 von den Deutschen Zurückgewiesenen sind in Österreich geblieben? Diese Frage kann Grundböck so nicht beantworten, die einen seien geblieben, die anderen nach Slowenien oder ihre Heimatländer rückgeführt worden, bei anderen würden die Asylverfahren noch laufen.

Mehr als 5000 wurden heuer abgeschoben

Insgesamt wurden in Österreich bis Ende Juni 2016 25.691 Asylanträge gestellt. 13.199 Anträge wurden positiv abgeschlossen, 11.423 Asylanträge negativ. Mehr als 5000 Leute sind nach Information des Innenministeriums bisher abgeschoben worden, das ist um ein Viertel mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Jeden siebenten Tag fand im Schnitt eine Charter-Rückführung statt, davon waren fast zwei Drittel freiwillige Ausreisen.

840 Menschen wurde an der österreichischen Außengrenze die Einreise verweigert.

Um 50 Prozent mehr Zurückweisungen in Deutschland

Insgesamt wurden in Deutschland in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 13.324 Menschen entweder an der Grenze oder an Flughäfen die Einreise in die Bundesrepublik Deutschland verweigert. Damit gab es im ersten Halbjahr 2016 bereits 50 Prozent mehr Fälle als im Gesamtjahr 2015 mit 8913 Zurückweisungen.

Quelle: SN-Pab

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