Innenpolitik

Die Salzburger Nachrichten gingen wieder auf Sendung

Sein erster Weg, als er nach Bekanntwerden seines Wahlerfolgs das Wahlzentrum in der Wiener Hofburg betrat, führte Alexander Van der Bellen ins Fernsehstudio der "Salzburger Nachrichten", der übrigen Bundesländerzeitungen und der "Presse".

Die Salzburger Nachrichten gingen wieder auf Sendung SN/katharina schiffl
Sein erster Weg führte ihn ins TV-Studio der Bundesländerzeitungen. Alexander Van der Bellen mit Gerold Riedmann (VN), Elisabeth Eidenberger (OÖN), Andreas Koller (SN) und Christoph Kotanko (OÖN).

Unter dem Motto "Sechs Zeitungen gehen auf Sendung" hatten die führenden Printmedien wieder entschieden, ihre Leserinnen und Leser nicht nur auf Papier und online, sondern auch via TV über die Wahl zu informieren.

"Ich glaube, dass ich das kann", sagte Van der Bellen unter dem Blitzlichtgewitter der internationalen Presse, die sich in dem kleinen TV-Studio drängte. Er habe jetzt "sechs, sieben Wochen Zeit", sein Team zu ordnen und in die Aufgabe einzuarbeiten. "Heinz Fischer wird mir sicher dabei helfen", sagte Van der Bellen. Kurz danach stellte sich auch Norbert Hofer dem Interview durch das Zeitungsfernsehen.

Vor und nach den beiden Kandidaten bot das Zeitungs-TV ein intensives Programm. Unter den Gästen: Eva Glawischnig, Heinz-Christian Strache, Franz Fischler, Heide Schmidt, Hannes Androsch, Norbert Steger, die Klubchefs Reinhold Lopatka und Andreas Schieder, die Parteisekretäre Georg Niedermühlbichler und Werner Amon, die EU-Spezialisten Ulrike Lunacek und Andreas Mölzer. Daneben viele Experten, die Chefredakteure und Politikchefs der Zeitungen.

Alexander Van der Bellen

"Ich glaube, dass ich das kann", zeigte sich Alexander Van der Bellen zuversichtlich hinsichtlich seiner neuen Aufgabe in der Hofburg. Er wolle ein Bundespräsident für alle Österreicher sein. Unterstützung erhoffe er sich dabei von seinem Vorgänger: "Heinz Fischer wird mir sicher dabei helfen", erklärte Van der Bellen. "Ich würde mich freuen, wenn mich die Leute in der U-Bahn sehen oder im Klassenzimmer, dass sie sagen 'Schau, das ist unser Bundespräsident.' Nicht 'Der Bundespräsident.'"

Norbert Hofer

Auch Norbert Hofer zeigte sich versöhnlich: "Ich bitte meine Wähler, dass sie Van der Bellen unterstützen. Man muss das Ergebnis immer akzeptieren." Es sei schwer zu sagen, wo er die Wahl verloren habe. "Ich glaube es war ausschlaggebend, dass ÖVP-Chef Mitterlehner eine Wahlempfehlung gegeben hat. Aber ich bin nicht verbittert", sagte Hofer.

Lopatka und Schieder

Den Sieg von Alexander Van der Bellen interpretieren die Regierungsparteien und die Oppositionsparteien unterschiedlich: "Wir haben einen langen Wahlkampf hinter uns, der dem Land nicht gut getan hat. Es ist gut, dass es nun eine klare Entscheidung gibt", sagte etwa SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder. Grund für eine Nationalratsneuwahl, wie von Politikbeobachtern vermutet wird, sieht er nicht. "Die Regierung muss in ein ruhigeres Fahrwasser kommen und die kommenden zwei Jahre konstruktiv arbeiten", stimmte ihm der ÖVP-Generalsekretär Werner Amon zu. "Niemand will früher wählen, außer Journalisten und Oppositionspolitiker", sagte er hinsichtlich der Neuwahlgerüchte.

Strache und Glawischnig

Anders sehen das Eva Glawischnig (Grüne) und Heinz Christian Strache (FPÖ). "Ich bin nicht optimistisch, dass sich SPÖ und ÖVP zusammenraffen können. Neuwahlen werden wohl auf uns zukommen", erklärte die Grünen-Chefin. Sie habe ihr Team bereits neu aufgestellt. In Punkto Neuwahlen sind sich Strache und Glawischnig einig. "Hofer hat eine großartige Leistung vollbracht und wir sind als eine neue freiheitliche Bewegung in der Mitte der Gesellschaft angekommen", sagte der FPÖ-Chef. "Hofer wäre ein toller Präsident gewesen aber wir werden uns gemeinsam für die nächste baldige Nationalratswahl vorbereiten. Weil wieder alle gegen uns sein werden." Hofer sei aber nicht der zukünftige FPÖ-Spitzenkandidat. Der Verlierer, Norbert Hofer, stimmte seinem Parteichef zu: "Ich werde Strache bei der nächsten Wahl unterstützen. Die große Auseinandersetzung in der FPÖ wird nicht stattfinden."

Quelle: SN

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