Innenpolitik

Diözesen St. Pölten und Innsbruck warten auf neue Bischöfe

Zwei Diözesen in Österreich warten auf neue Bischöfe: In Innsbruck dürfte noch vor Jahresende der Nachfolger von Manfred Scheuer feststehen, wie die APA erfuhr.

Diözesen St. Pölten und Innsbruck warten auf neue Bischöfe SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Die bereits verlängerte Amtszeit Küngs endet heuer.

In St. Pölten endet die bereits um ein Jahr verlängerte Amtszeit von Klaus Küng noch heuer. Indes machen Gerüchte die Runde, dass Kardinal Christoph Schönborn für höhere Weihen in Rom bestimmt sein könnte. Die Erzdiözese dementiert.

Küng gilt als rechtskonservativer Pol in der Bischofskonferenz. Der amtierende St. Pöltener Bischof war es auch, der die erste Familien-Umfrage in seiner Diözese so wenig beworben und zugänglich gemacht hatte, dass es nur sehr wenige Rückmeldungen gab. Nachdem Küngs einjährige Verlängerung seiner Amtszeit in St. Pölten Ende des Jahres ausläuft, muss Rom nun abermals eine Entscheidung treffen. Wahrscheinlich ist, dass für den Übergang ein Diözesanadministrator eingesetzt wird.

Als Favorit für den St. Pöltener Bischofssitz gilt Gerhard Reitzinger, Bischofsvikar in St. Pölten und Lehrbeauftragter für Pastoraltheologie. Der Mittvierziger gilt als eifriger Seelsorger mit Draht zur Jugend und bedient sich der sozialen Medien wie etwa Facebook. Auch der Abt des Stiftes Göttweig, Columban Luser, hat gute Chancen und sogar einen eigenen Fankreis: Die anonymen "Freunde von Bischof Luser" werben bereits seit Monaten mit etwa Briefen für diesen.

Ein einstiger Favorit für die Nachfolge ist bereits ausgeschieden: Der Rektor der Päpstlichen Hochschule in Heiligenkreuz, Karl Wallner. Er war immer wieder für verschiedene Bischofs-Posten genannt worden, im Rennen um die Erzdiözese Salzburg zog er gegen Franz Lackner den Kürzeren. Der zwar zeitgemäßen Methoden vertraute, allerdings als erzkonservativ eingeschätzte Wallner wurde jedoch inzwischen zum neuen Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke "Missio" bestellt.

In Innsbruck stellt man sich auf eine Entscheidung Roms bis zum Spätherbst ein. Die Befragungen durch den apostolischen Nuntius sollen bereits stattgefunden haben. Kirchenintern ging man von einer Ernennung durch den Papst noch heuer als normalen Vorgang aus. Derzeit leitet der vorherige Generalvikar Jakob Bürgler die Diözese als Diözesanadministrator. Das Amt des Diözesanadministrators wiederum erlischt automatisch mit der Besitzergreifung der Diözese durch einen vom Papst bestellten neuen Diözesanbischof.

Als möglicher Nachfolger Scheuers wird etwa der derzeitige Feldkircher Bischof Benno Elbs genannt, der sich in Vorarlberg bestens bewährt habe. Zu den weiteren möglichen Kandidaten zählt auch - wie sooft - der derzeitige Diözesanadministrator, also Jakob Bürgler. Aber auch dessen Bruder, Bernhard Bürgler, könnte Scheuer nachfolgen. Er ist seit 2014 Provinzial des Jesuitenordens in Österreich.

Von der Gerüchteküche verschont bleibt derzeit auch nicht der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, selbst. Innerhalb der Bischofskonferenz, deren Vorsitzender er ist, wird spekuliert, der 71-Jährige könnte bald im Vatikan ein höheres Amt bekleiden und die römisch-katholische Kirche in Österreich verlassen. Grund dafür ist, dass Schönborn nur mehr Termine vor der Herbstvollversammlung in Eisenstadt in der Woche vom 7. November weg zusagt.

Schönborn, der eben erst sein 25-Jahr-Jubiläum seiner Bischofsweihe feierte, soll von Nuntius Peter Stephan Zurbriggen höchstpersönlich in den Vatikan "weggelobt" worden sein, vermuten Insider. Das Verhältnis zwischen dem Nuntius und Schönborn sei nicht allzu herzlich. Der Wiener Erzbischof gilt seit dem Tod von Papst Johannes Paul II. als "papabile" und bekleidete bereits wichtige Posten in Rom, seit 2014 etwa in der Kardinalskommission zur Aufsicht der Vatikanbank IOR.

Laut dem Sprecher des Kardinals, Michael Prüller, haben die Gerüchte, die schon seit längerem in Umlauf seien, "überhaupt keine Fundierung". Erstmals habe diese vor bereits Monaten eine katholische Zeitung in Malaysia verbreitet. Demnach soll Schönborn den Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, ablösen. Prüller dementiert jedoch: "Der Kardinal bleibt uns erhalten."

Quelle: APA

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