Innenpolitik

Dornauer zum Thema Vier-Tage-Woche auf Rendi-Wagner-Linie

Tirols SPÖ-Chef Georg Dornauer hat in Sachen Vier-Tage-Woche seiner Bundesparteivorsitzenden Pamela Rendi-Wagner Rückendeckung gegeben. Vor dem Hintergrund zunehmender Digitalisierung und der derzeitigen wirtschaftliche Krise sei der Vorschlag "durchaus gut und diskutabel", meinte Dornauer am Donnerstag bei einem Treffen mit der Bundeschefin in Innsbruck.

Dornauer stärkt Rendi-Wagner den Rücken SN/APA/Archiv/HERBERT NEUBAUER
Dornauer stärkt Rendi-Wagner den Rücken

Der Tiroler Vorsitzende verband seine Unterstützung mit einer Rüge für innerparteiliche Kritiker des Rendi-Wagner-Vorschlags wie etwa Burgenlands SPÖ-Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil, sowie Organisationen wie der Wirtschaftskammer: "Ein Njet, egal aus welcher Richtung, ist inakzeptabel." 

Rendi-Wagner, am Donnerstag auf ihrem ersten Besuch in Tirol seit Ausbruch der Coronakrise, bezog sich in ihrer Argumentation für die Arbeitszeitverkürzung auf die Kündigungswelle bei Swarovski: "Durch das geförderte Vier-Tage-Modell der SPÖ hätten die Kündigungen bei Swarovski verhindert werden können." Rendi-Wagner verwies auf die 1.800 Betroffenen und betonte: "Besser um 20 Prozent weniger arbeiten, als 20 Prozent der Belegschaft entlassen." Die Politik müsse nun vorausschauend handeln, um Arbeitsplätze zu sichern. 

Rendi-Wagner kritisierte zudem Intransparenz bei der Verteilung finanzieller Hilfen während der Coronakrise. Es sei inakzeptabel, Unternehmen wie dem Tiroler Kristallkonzern finanziell unter die Arme zu greifen und mit arbeitsmarktpolitischen Instrumenten wie der Kurzarbeit zu unterstützen, obwohl sie hunderte Mitarbeiter entlassen, so Rendi-Wagner mit Blick auf Swarovski.

Anstatt nur zu verwalten, sei die Politik gefordert "Arbeitslosigkeit klug und proaktiv zu bekämpfen". Man habe sich deshalb ein Maßnahmenpaket überlegt, das Österreich mit einer Vielzahl an Initiativen aus dem Wirtschaftsabschwung wieder nach oben führen würde. Das "Kraftpaket Österreich" wurde bereits Anfang Juli in Wien präsentiert, und am Donnerstag in Innsbruck vor allem im Zusammenhang auf regionale Herausforderungen als umfassender Lösungsansatz gepriesen. "Die Arbeitslosigkeit in Tirol hat sich verdoppelt", schlug Rendi-Wagner Alarm, man müsse "jetzt neue, moderne Wege gehen".

Man stehe Seite an Seite mit den Betroffenen, zeigte sich auch Dornauer mit den entlassenen Swarovski-Mitarbeitern solidarisch. Man begebe sich auf dünnes Eis, wenn man Großbetriebe kritisiere. Wenn es um die Sicherung von Arbeitsplätzen gehe, habe die Politik mitzureden. Er wolle jedoch nicht nur "Bashing gegen die Unternehmensführung betreiben", relativierte Dornauer später, sondern auch die Wichtigkeit Swarovskis als Arbeitgeber und die hervorragende Arbeit der Arbeitnehmer hervorheben. 

Quelle: APA

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