Innenpolitik

Ehemalige Heimkinder bekommen Unterstützung für Pension

Für Gewaltopfer in Heimen hat der Ministerrat am Dienstag eine zusätzliche finanzielle Entschädigung beschlossen. Rund 7.000 Betroffene erhalten zukünftig eine gesetzliche Rentenleistung von 300 Euro monatlich. Der Bezug startet mit dem Erhalt einer Pension bzw. mit Erreichen des Pensionsalters. Die Kosten belaufen sich auf rund drei Mio. Euro im ersten Jahr.

Drozda "sehr stolz".  SN/APA/HELMUT FOHRINGER
Drozda "sehr stolz".

Kanzleramtsminister Thomas Drozda (SPÖ) zeigte sich "sehr stolz" über den Beschluss. Er verwies auf den Staatsakt für Missbrauchsopfer im Parlament im Herbst und betonte, es handle sich um einen "sehr wichtigen Schritt" für ehemalige Heimkinder.

Insgesamt sind laut Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) etwa 7.000 Personen, die als Kind in Heimen untergebracht waren, betroffen. "Ich bin heute glücklich", da dieses wichtige Thema erledigt worden sei. Diese Menschen seien als Kind den Familien weggenommen und in Heimen vernachlässigt worden. Nun habe man sich darauf geeinigt und könne ihnen eine Hilfe anbieten. Es seien "klare Bedingungen" definiert worden und wer davon betroffen ist, habe Anspruch auf die Leistung.

Die geplante Regelung komme nun in die parlamentarische Behandlung, kündigte Stöger weiters an. Die Leistung übernehme zunächst der Bund. Kirche und Bundesländer als Betreiber von Heimen sollen aber ebenfalls zur Kasse gebeten werden.

Über die Jahre dürfte die Leistung rund acht Mio. Euro pro Jahr ausmachen, erklärte der Minister auf Journalistenanfrage. Nicht bestätigen konnte Stöger, dass diese Entschädigung mit der Frage der Flugabgabe junktimiert worden sei. Auch diese wurde am Dienstag beschlossen.

Nach 1945 wurden tausende Kinder und Jugendliche aus ihren Familien entfernt oder von ihren Eltern in Heime gesteckt, wo sie in vielen Fällen gequält oder vernachlässigt wurden. Bisher haben die Heimträger die rund 7.000 Betroffenen mit insgesamt über 80 Mio. Euro entschädigt. Nun wurde für diese Gewaltopfer eine zusätzliche finanzielle Entschädigung beschlossen.

Die Rentenleistung beläuft sich auf 300 Euro monatlich. Für das Jahr 2017 betragen die Gesamtkosten rund drei Mio. Euro, danach durchschnittlich neun Mio. Euro. Über die Aufteilung der Kosten werden Finanz- und Kanzleramtsminister noch Gespräche mit Ländern und Kirche führen, hieß es weiters.

Quelle: APA

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