Innenpolitik

Einbruch vor Mathematura

Die Angst vor der Mathematik-Zentralmatura hat sich als unbegründet herausgestellt. Sie verlief ohne Pannen. Allerdings musste schon wieder die Polizei in Salzburg ausrücken.

Einbruch vor Mathematura SN/APA/HANS KLAUS TECHT
Einbrecher auf der Suche nach Unterlagen für die Zentralmatura (Symbolbild).


Zweite Woche Zentralmatura, wieder Polizeieinsatz in Salzburg: Diesmal war das Christian-Doppler-Gymnasium (CDGym) in der Nacht auf Montag ins Visier von Einbrechern geraten. Die Täter stiegen laut Direktorin Claudia Dörrich "aber in das falsche Gebäude" ein, in dem nur zwei Klassen, nicht aber die Direktion und der Tresor mit den Matura-Aufgaben untergebracht war. "Es wurden Kästen aufgebrochen, jedoch nichts gestohlen", bestätigt auch Polizeisprecherin Irene Stauffer. Deshalb konnte die Mathematik-Zentralmatura, die rund 19.100 AHS-Maturanten am Montagvormittag betraf, wie geplant stattfinden.

Die Nervosität davor war enorm. Denn auf die letzte Probeschularbeit vor der Zentralmatura im Dezember hatte es österreichweit 30 Prozent Fünfer gegeben, doppelt so viele Nicht genügend wie sonst auf eine Mathematura. Auch die Maturanten Max, Alain und Marion waren unter den Fünfer-Kandidaten. Dementsprechend groß war bei ihnen die Erleichterung, als sich herausstellte: "Die Mathematura war wesentlich leichter als die Probeschularbeit." Das fanden zumindest Max und Marion. Nur Alain sagte, ihm sei der erste Maturateil, der die Grundkompetenzen abfragt, "ziemlich schwer vorgekommen". Dafür habe er sich mit Teil zwei, der selbstständiges Wissen voraussetzt, leichtergetan.

Laut den Schülern gab es folgende vier Beispiele: die Wahrscheinlichkeit von Blutgruppen innerhalb einer Familie, die Altersbestimmung von Ötzi anhand des Zerfalls von Kohlenstoffatomen, der Wendepunkt einer 200-Meter-Sprintläuferin sowie eine Kurvendiskussion. Marion habe alle vier zumindest teilweise lösen können, Max hingegen nur die ersten drei. "Bei der vierten Frage bin ich völlig ausgestiegen." Für ein Genügend reicht es, wenn man zwei Drittel des ersten Teils gelöst hat. Einen Bonus können zusätzliche Punkte des zweiten Teils bringen.

Ob sie die Zentralmatura in den einzelnen Fächern bestanden haben, erfahren die Schüler spätestens Mitte kommender Woche, sobald die Prüfungskommissionen zusammengetreten sind. Es sei denn, die Lehrer teilen es den Maturanten früher mit. Die 8C, in die Alain und Marion gehen, weiß so schon, dass alle in Englisch durchgekommen sind. Für die 8A sieht es in Mathe "wesentlich besser aus als bei der Probeschularbeit im Dezember, bei der fast die Hälfte negativ war", sagt ihr Mathelehrer Alexander Stein. Er hat bereits einen Blick auf die Prüfungen geworfen.

Noch ist die Zentralmatura nicht ganz vorbei. Heute ist Italienisch, morgen Latein und Griechisch an der Reihe. Bei der Latein-Zentralmatura müssen wegen des Einbruchs in das Salzburger Akademische Gymnasium am vergangenen Donnerstag Ersatzaufgaben verwendet werden. Wie berichtet, hatten Einbrecher Matura-Aufgaben unerlaubt geöffnet, die eigentlich bis zu Prüfungsbeginn geheim hätten bleiben müssen.

Die Salzburger Polizei ermittelt nun, ob es sich womöglich um dieselben Serientäter handelt. Zumindest CDGym-Direktorin Dörrich meint: "Ein gewisser Zusammenhang mit der Zentralmatura ist da nicht von der Hand zu weisen."

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