Innenpolitik

Empfang bei Van der Bellen: Nordkoreas Botschafter statt päpstlicher Nuntius?

Beim Neujahrsempfang von Bundespräsident Alexander Van der Bellen könnte es zu einer pikanten Situation kommen. Grund dafür ist die vor kurzem erfolgte Pensionierung des päpstlichen Nuntius.

Nuntius in Pension: Peter Zurbriggen. SN/APA/HANS PUNZ
Nuntius in Pension: Peter Zurbriggen.

Wenn Bundespräsident Alexander Van der Bellen Diplomaten aus aller Welt am 8. Jänner zum traditionellen Neujahrsempfang lädt, könnten die Gäste eine höchst unerwartete Situation vorfinden: Nach der Rede des Präsidenten spricht - normalerweise - der päpstliche Nuntius, der Diplomat des Vatikan, stellvertretend für das gesamte diplomatische Korps die Antwort.

2019 könnte mit dieser Tradition allerdings grundlegend gebrochen werden, da Nuntius Peter Stephan Zurbriggen ausgerechnet Anfang Dezember in die Pension verabschiedet wurde. Der gebürtige Schweizer steht demnach für die Aufgabe beim Neujahrsempfang nicht zur Verfügung. Noch hat der Vatikan keinen Nachfolger bestimmt, der Sessel des Nuntius in Österreich ist also derzeit unbesetzt.

Laut Protokoll würde in so einem Fall der dienstälteste Botschafter zum Zug kommen. Pikant: Das Büro des Bundespräsidenten bestätigte den SN, dass dies derzeit der nordkoreanische Botschafter ist.

Ob sich diese Konstellation mit viel Fingerspitzengefühl umschiffen lässt und der Vertreter der Diktatur doch nicht zu Wort kommt, ist noch ungewiss. Derzeit werde fieberhaft nach einer Lösung gesucht. Ein Teil der Hoffnungen ruht dabei auf Rom. Wenn Papst Franziskus noch vor Van der Bellens Empfang einen Nuntius einsetzt, wäre das wohl die eleganteste Lösung.

Aufgerufen am 28.10.2021 um 03:08 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/empfang-bei-van-der-bellen-nordkoreas-botschafter-statt-paepstlicher-nuntius-63006820

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