Innenpolitik

Er stellt sich nicht dumm - Michael Köhlmeier für politisches Engagement geehrt

Der Schriftsteller Michael Köhlmeier ist für sein politisches Engagement geehrt worden. Er erhielt Mittwochabend den vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) ausgelobten Ferdinand-Berger-Preis. Wie bereits im vergangenen Jahr kritisierte er auch diesmal die Regierungspolitik. Die betriebene Politik der Missgunst sei eine niederträchtige Kunst - die "Kunst des Bösmenschen".

Der Schriftsteller Michael Köhlmeier SN/APA (Archiv)/GEORG HOCHMUTH
Der Schriftsteller Michael Köhlmeier

Köhlmeier hatte im vergangenen Mai mit seiner Rede zum Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus für Aufsehen gesorgt. In seiner Ansprache vor den Spitzen des Staates, die er mit den Worten "Erwarten Sie nicht von mir, dass ich mich dumm stelle" eröffnete, übte der Vorarlberger Autor scharfe Kritik an der FPÖ und warf ihr Heuchelei im Umgang mit den Juden vor.

Nicht zuletzt deswegen wurde Köhlmeier geehrt. Der Preis wird von den Nachkommen des im Jahr 2004 verstorbenen österreichischen Widerstandskämpfers und ehemaligen KZ-Häftlings Ferdinand Berger gestiftet und vom DÖW vergeben. Geehrt werden Personen, "die durch wissenschaftliche oder publizistische Leistungen oder durch besonderes öffentliches Auftreten einen markanten Beitrag gegen Neofaschismus, Rechtsextremismus, Rassismus oder demokratiegefährdendes Verhalten geleistet haben".

Mit Verweis auf eine Stelle des Romans "Wem die Stunde schlägt" von Ernest Hemingway meinte Köhlmeier: "Nicht erst wenn die Kanonen krachen wird der Mensch entmündigt." Dies beginne schon dort, wo aus politischer Absicht Menschen bewusst in die Armut getrieben würden. Der Autor erinnerte etwa an den Vorschlag, Asylwerber einen maximalen Lohn von 1,50 Euro zuzugestehen. Die Politik verbreite aus Kalkül heraus Missgunst, so der Vorwurf.

Die Laudation zuvor hatte der Kinderpsychiater und Schriftsteller Paulus Hochgatterer gehalten. "Michael Köhlmeier mutet uns etwas zu", beschrieb er etwa den Geehrten. Die Preisverleihung fand durch Gerhard Baumgartner, den wissenschaftlichen Leiter des DÖW, sowie Stadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) statt.

Quelle: APA

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