Innenpolitik

Es gibt ein Leben nach der Kampfabstimmung

Um die Nachfolge Michael Häupls als Wiener SPÖ-Chef wird es also eine Kampfabstimmung geben. Na und? An einer Kampfabstimmung ist nichts übel außer der Bezeichnung. Warum "Kampf", wenn es um einen normalen demokratischen Vorgang geht, nämlich dass sich zwei Menschen einer Wahl stellen? Am Beginn der für die ÖVP so erfolgreichen Ära Josef Klaus stand eine Kampfabstimmung um den Parteivorsitz. Desgleichen am Beginn der für die SPÖ so erfolgreichen Ära Bruno Kreisky. Und am Beginn der für die FPÖ so erfolgreichen Ära Jörg Haider. Entscheidend ist nicht, was in einer Partei vor einer Kampfabstimmung passiert, sondern danach. Wenn es dem neuen Chef gelingt, die aus zerstrittenen Polit-Clans bestehende Wiener SPÖ zu einen; wenn es ihm gelingt, die zur FPÖ abgedrifteten Bewohner der Arbeiterbezirke wieder für die SPÖ zu gewinnen; wenn es ihm gelingt, die mit der immensen Zuwanderung verbundenen Integrations-, Infrastruktur- und Sicherheitsprobleme zu lösen, wird bald niemand mehr über die Kampfabstimmung reden. Wobei: Das ist leichter geschrieben als getan.

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