Innenpolitik

Faßmann darf Uni-Aufnahmeprüfungen verschieben

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) erhält am Freitag vom Nationalrat die Möglichkeit, Aufnahmeverfahren an Hochschulen zu verlegen bzw. zeitlich selbst anzusetzen, um wegen der verschobenen Matura das System in Balance zu halten. Konkret geht es um Eignungs-, Aufnahme- und Auswahlverfahren, die noch nicht begonnen bzw. noch nicht abgeschlossen sind.

Bildungsminister Faßmann sieht Schwächen beim "distance learning" SN/APA (Archiv)/GEORG HOCHMUTH
Bildungsminister Faßmann sieht Schwächen beim "distance learning"

Hier kann der Minister mittels Verordnung nähere Regelungen, insbesondere betreffend die Festlegung einheitlicher Termine und Fristen, erlassen. Die Regelung erfasst hochschultypen-übergreifend alle Arten von Zulassungsverfahren zu Universitäts- und Hochschulstudien. Eignungsverfahren sind insbesondere jene zur Feststellung der künstlerischen oder sportlichen Eignung sowie zur Feststellung der Eignung für ein Lehramtsstudium.

Diese Regel, die die Autonomie der Hochschulen einschränkt, gilt bis Ende 2021.

Zurückhaltend gibt sich Faßmann bezüglich einer möglichen Verschiebung der Sommerferien, falls die Schulen wegen der Coronavirus-Pandemie länger als bis Ostern geschlossen bleiben."Meine größere Sorge als die Frage, was im Sommer sein wird, ist die Frage, wie wir die nächsten Wochen gestalten werden", sagte er im Ö1-"Morgenjournal" am Mittwoch.

Denn das "distance learning" habe auch seine Schwächen im Bereich der Motivation der Kinder. Bis zum Sommer seien es noch drei Monate, das sei noch ein "langer Zeitraum", ergänzte er. Außerdem betonte Faßmann: "Der Lehrplan ist nicht die treibende Kraft, um zwangsläufig in den Sommer hineinzugehen. Der Lehrplan ist ein Rahmenlehrplan. Man muss hier nicht alles gleichgewichtig im Detail unterrichten."

Nach den derzeitigen Plänen soll die heurige Zentralmatura am 19. Mai mit dem Fach Deutsch starten. Die Termine bzw. die Reihenfolge der anderen Klausurarbeiten sind laut der Matura-Seite des Bildungsministeriums (https">www.matura.gv.at">https://www.matura.gv.at) noch nicht festgelegt.

Insgesamt waren sieben Klausurtage für die verschiedenen Fächer vorgesehen. Da knapp nach dem voraussichtlichen Beginn mit Christi Himmelfahrt (21. Mai) ein Feiertag ansteht, dürfte sich die Zentralmatura damit bis 29. Mai ziehen.

Unter den Bildungsdirektoren der Bundesländer gibt es unterdessen unterschiedliche Ansichten, was die Verschiebung der Schulferien betrifft, sollte der Ausnahmezustand länger als bis Ostern andauern. Die steirische Bildungsdirektorin, Elisabeth Meixner, sagte im ORF-Radio: "Natürlich wird diese Frage schon gestellt, was die Ferien betrifft, aber zur Zeit wäre das aus meiner Sicht noch zu früh." Sollten allerdings mehr als vier, fünf Wochen betroffen sein, "muss man darüber reden, ob es eine Möglichkeit gibt, den versäumten Unterrichtsstoff in irgendeiner Art und Weise nachzuholen". Eine diese Möglichkeiten sei, die Sommerferien zu verkürzen.

Der Salzburger Bildungsdirektor Rudolf Mair sieht derzeit keine Veranlassung, derzeit über die Sommerferien nachzudenken. "Wenn die Phase länger dauern sollte als bis nach Ostern, dann werden sicher neue Überlegungen angestellt", sagte er. Der Wiener Bildungsdirektor Heinrich Himmer gab sich noch zurückhaltender: "Wir sind derzeit so damit beschäftigt, die Ist-Situation gut zu bewerkstelligen". Er empfehle daher den Eltern und Schülern, sich "nicht Gedanken zu machen, was der übernächste Schritt ist". Himmer: "Wenn wir das jetzt schaffen, wird die Frage des Aufholens des Lernstoffs nicht die große Herausforderung sein."

Der Blog zur Coronavirus-Krise:

Zitate zur Corona-Krise:

Was wurde gesagt Wer hat es gesagt
"Unser Zugang ist: koste es, was es wolle, um Arbeitsplätze zu sichern." Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) wirft im Kampf gegen das Coronavirus alle Budget-Vorsätze über Bord.
"Wir haben es zweifelsohne mit der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg zu tun." Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) unterstützt ihn dabei.
"Wir leben in einer neuen Zeitrechnung." Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) verschieb das Rechnen auf später...
"Es gibt nur eine Priorität: Zun tun, was notwendig ist." ...und konzentriert sich auf das Wesentliche.
"Entscheidend wird sein, wie viele Leben wir gerettet haben, wie viele Arbeitsplätze wir gesichert haben und wie viele Unternehmen wir vor der Insolvenz bewahrt haben." ...am Ende werden nicht die Budgetzahlen entscheidend sei, so der Finanzminister.
"Wir sind als Republik ein Team." Kanzler Kurz appelliert an den Zusammenhalt in der Bevölkerung...
"Das Virus wird Krankheit, Leid und Tod für viele Menschen in unserem Land bedeuten." ...und bereitet Österreich auf Schlimmes vor.
"Das Leben in Österreich und Europa wird sich grundlegend ändern." Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) fasst die Lage zusammen.

Aufgerufen am 27.11.2021 um 03:14 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/fassmann-darf-uni-aufnahmepruefungen-verschieben-85027582

Kommentare

Schlagzeilen