Innenpolitik

FPÖ seit Sommer 2015 in Umfragen klar voran

Mit der Koalitionskrise und den Neuwahlspekulationen wird auch der Blick auf die Sonntagsfrage wieder aktuell.

FPÖ bleibt weiterhin im Aufwind.  SN/APA/HERBERT PFARRHOFER
FPÖ bleibt weiterhin im Aufwind.

Und bei dieser liegt seit Monaten die FPÖ in Führung. Bereits kurz nach der Nationalratswahl im September 2013 übernahmen die Freiheitlichen in den Umfragen die Pole-Position. Dazwischen gaben sie diese kurz wieder ab, seit Sommer 2015 befinden sich die Blauen aber im Dauer-Umfrage-Hoch.

Die Nationalratswahl vom 29. September 2013 brachte für die FPÖ ein Ergebnis von 20,51 und Platz drei - mit einem Plus von 2,97 Prozentpunkten. Der Abstand zur SPÖ konnte auf 6,3 Prozentpunkte verringert werden - das war zuvor nur Jörg Haider im Jahr 1999 gelungen. Die SPÖ blieb mit einem Ergebnis von 26,82 Prozent zwar Nummer eins, büßte aber 2,44 Prozentpunkte ein, und auch die ÖVP rutschte mit einem Minus von zwei Prozentpunkten auf 23,99 Prozent hinunter.

Bereits knapp nach der Wahl konnten die Freiheitlichen in den Umfragen deutlich zulegen - und zwar auf Kosten der ÖVP, die in den Erhebungen beständig an Zustimmung verlor und auf teils unter 20 Prozent rutschte. Das zeigt ein Blick auf das Online-Portal www.neuwal.com, das die veröffentlichten Umfragen der letzten Jahre gesammelt aufbereitet.

Im Herbst 2014 schaffte die ÖVP wieder eine Stabilisierung und lieferte sich bis ins Frühjahr 2015 in den Erhebungen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit SPÖ und FPÖ bei etwa 24 bis 28 Prozent der Stimmen.

Eine sichtbare Veränderung brachte dann der Sommer 2015, was auch in Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise stehen dürfte: Die FPÖ legte kontinuierlich zu und kam ab Herbst regelmäßig über die 30-Prozent-Marke (zwischen 30 und 34 Prozent), mit deutlichem Abstand vor SPÖ und ÖVP, die sich in etwa zwischen 20 und 25 Prozent einpendelten. In mehreren Erhebungen wies die FPÖ mehr als zehn Prozentpunkte Vorsprung auf die zweitplatzierte Partei auf.

Ab Mai 2016 - zeitgleich mit der Übernahme der SPÖ durch Christian Kern - zeigen die Erhebungen eine Erholung der SPÖ, die in den Umfragen meist über knapp 25 Prozent der Stimmen kam. Die ÖVP baute hingegen weiter ab und erreichte in zahlreichen Umfragen nur 20 oder sogar weniger Prozent der Stimmen.

Gleichzeitig stieg der Anteil der FPÖ weiter an und erreichte teils sogar 35 Prozent der Stimmen. Zuletzt kamen die Freiheitlichen am 8. Dezember auf diesen Wert (in einer Research Affairs-Erhebung für die Zeitung "Österreich"). Die SPÖ wurde darin mit 26 Prozent, die ÖVP mit 18 Prozent ausgewiesen. Der Anteil der Grünen lag in dieser Umfrage bei 13, jener der NEOS bei sieben Prozent.

Auch Anfang Jänner 2017 zeichneten Erhebungen ein ähnliches Bild.

In den beiden aktuellsten Umfragen schmolz der Abstand der FPÖ vor der SPÖ allerdings deutlich - und zwar auf drei Prozentpunkte: In einer IMAS-Umfrage für die "Krone" vom Donnerstag kam die FPÖ auf 28 bis 30 Prozent der Stimmen, die SPÖ auf 25 bis 27 Prozent. Der ÖVP wurden 24 bis 26 Prozent prognostiziert, den Grünen zwölf bis 14 Prozent und den NEOS vier bis sechs Prozent.

Ebenso knapp ging es an der Spitze in einer Umfrage von unique research für "heute" vom Freitag zu: Die FPÖ wird hier mit 32 Prozent ausgewiesen, die SPÖ mit 29 Prozent - die ÖVP kam hier allerdings auf nur 19 Prozent. Die Grünen wurden mit 12 Prozent und die NEOS mit 6 Prozent ausgewiesen.

Die beiden letzten Erhebungen stellen übrigens den geringsten Abstand zwischen Blau und Rot seit Dezember 2015 dar, als eine IMAS-Umfrage für die "Krone" nur einen Prozentpunkt Differenz zwischen SPÖ und FPÖ ergab - mit jeweils einem Stimmenanteil von 27 bzw. 26 Prozent. Die ÖVP lag damals mit 25 Prozent ebenfalls nur knapp dahinter. Diese Umfrage stellte damals allerdings einen klaren "Ausreißer" dar, die meisten anderen Erhebungen in diesem Zeitraum wiesen rund zehn Prozentpunkte Vorsprung der FPÖ auf SPÖ oder ÖVP aus.

Quelle: APA

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