Innenpolitik

Frank Stronach im SN-Saal: Attacke gegen Erwin Pröll

"Ich habe keinen Respekt vor Erwin Pröll." Das sagte Frank Stronach am Dienstagabend im SN-Saal. Der niederösterreichische Landeshauptmann habe nie selbst einen einzigen Arbeiter bezahlt, nie selbst gespendet.

Je näher die Nationalrats- und Landtagswahlen rücken, umso pointierter wird die Kritik des austro-kanadischen Milliardärs Frank Stronach an der etablierten Politik. Diese sei nur an der Machterhaltung interessiert und würde daher versuchen, die Menschen von ihr abhängig zu machen. "Das System erdrückt die Menschen", sagte Stronach. Es sei unglaublich, dass bei der Arbeitssuche das Parteibuch eine Rolle spiele. Es sei unglaublich, wie viel Verwaltung es in diesem Land gebe. Es sei unverantwortlich, dass seit 50 Jahren immer neue Schulden gemacht würden. Wenn sich dies ändern solle, dann müssten die Wählerinnen und Wähler ihm ihre Stimme geben. Er sei die einzige Alternative zu dem derzeitigen System. Österreich sei ihm ein Anliegen. Daher würde er Millionen Euro und seine Zeit in die Politik investieren und dafür müsse er sich "auch noch beschimpfen lassen". Das sagte Stronach am Dienstagabend bei einer Diskussion im SN-Saal.Fairness, Transparenz, EhrlichkeitStronach betonte, dass es bei seiner Partei vor allem um Werte gehe, um Fairness, Transparenz und Ehrlichkeit. Nur wenn diese eingehalten würden, würden die Bürgerinnen und Bürger wieder Vertrauen in die Politik fassen. Stronach bemühte immer wieder Vergleiche aus seiner beruflichen Laufbahn, um seine Vorstellungen zu erklären. Stronach hat Magna, den größten Autozulieferkonzern der Welt, aufgebaut.

So sagte Stronach, er habe seinen Managern immer erklärt, dass das wichtigste Kapital eines Unternehmens die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien. Es genüge nicht, wenn die Arbeiter fleißig seien, sie müssten auch mit Herz dabei sein und am Erfolg beteiligt sein. Das sei Fairness, wie er sie verstehe - und die auch in der Politik umgesetzt gehöre.Fünfzig WahlkreiseStronach präsentierte auch einige Ideen, wie er Österreich erneuern will. Eine davon wäre eine Änderung des Wahlsystems. Er plädiert für ein Mehrheitswahlrecht. Das Land solle in fünfzig Wahlkreise eingeteilt werden, in denen jeweils zwei Mandate zu vergeben seien, um die man sich bewerben könne. Außerdem könnte so auch die Zahl der Abgeordneten im Parlament auf hundert reduziert werden. Außerdem solle jeder Politiker nur zwei Perioden im Amt sein dürfen. Dann solle er wieder in das normale Leben zurückkehren und mit den Gesetzen, die er beschlossen habe, auch leben.

Außerdem möchte Stronach die Verwaltung stark reduzieren. Pro Jahr könnten zumindest fünf Prozent der Staatsdiener abgebaut werden. Wobei Stronach betonte, dass nicht die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung an den Zuständen schuld seien, sondern die Politik, die ständig neue Regeln schaffe.

Stronach forderte auch mehr Verständnis für die Wirtschaft in der Politik ein. Die derzeitige Regierung habe keine Ahnung. Jeder Bauer wisse, dass er keine Schulden machen dürfe, sonst sei sein Hof weg. Jede Hausfrau wisse, dass sie nicht mehr ausgeben dürfe als sie einnehme. "Nur die Regierung weiß das anscheinend nicht", sagte Stronach. Magna sei jedenfalls ein Unternehmen, in dem es kein Fremdkapital gebe, und damit sei man immer gut gefahren.

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