Innenpolitik

Frauentag - Stärkung der Frauenrechte gefordert

Am heurigen Frauentag haben sich zahlreiche Parteivertreter und Organisationen zu Wort gemeldet. Für eine weltweite Stärkung der Frauenrechte setzt sich Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) ein. Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ) zeigte sich erfreut über den Chefinnenanteil im Bundesdienst. Neo-Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) forderte indes das Schließen der "inakzeptablen" Lohnschere.

Außenminister Kurz setzt sich für Gleichberechtigung ein.  SN/APA/ROBERT JAEGER
Außenminister Kurz setzt sich für Gleichberechtigung ein.

Eine prioritäre Maßnahme hierfür sei der Mindestlohn von 1.500 Euro, erklärte sie bei der Eröffnung der Frauentagsveranstaltung in ihrem Ressort am Mittwochabend. Bundeskanzler und SPÖ-Chef Christian Kern drängte ebenfalls auf den Mindestlohn und lobte die neue Ressortchefin.

Das Open House im Frauenministerium stand auch im Zeichen des Gedenkens an die verstorbene Ressortchefin Sabine Oberhauser. Ihre Nachfolgerin eröffnete es daher nach einer Gedenkminute. "Das war für mich ein ereignisreicher Tag mit vielen Höhepunkten, aber diese Veranstaltung ist der größte dieses Tages. Als Frauenministerin an diesem Tag angelobt zu werden, passiert wahrscheinlich nicht so häufig", stellte Rendi-Wagner fest. Der spannende Tag sei jedoch auch "emotional überschattet", habe man sich doch erst am Sonntag von Oberhauser - "einer großartigen Chefin und Kollegin, einer engen Vertrauten" - verabschieden müssen. Ihren Weg wolle sie in den nächsten 18 Monaten fortsetzen, erklärte die neue Ministerin.

Rendi-Wagner räumte ein: "Ich komme nicht aus der Frauenbewegung." Sie sei jedoch stets eine arbeitende Frau gewesen, sei Mutter zweier Kinder und habe die "Limits" der Vereinbarkeit kennengelernt. Ohne die frauenpolitischen Errungenschaften hätte sie diese Vereinbarkeit nicht geschafft, betonte Rendi-Wagner weiter.

Die Gleichberechtigung sei ein wesentlicher Grundwert und das Fundament der Gesellschaften in Europa, sowie für das Zusammenleben in Österreich, betonte Kurz. "Ich bin froh, dass es in meiner Generation einen breiten Konsens über die Gleichberechtigung gibt. Es ist das Ergebnis eines langen und zähen Kampfes vieler Frauen", erklärte der Außenminister. Nun müsse man sich weiter für Gleichberechtigung einsetzen, so der Minister.

Staatssekretärin Duzdar sieht den Öffentlichen Dienst als Vorbild, seien doch gezielt Maßnahmen gesetzt worden, um den Frauenanteil zu steigern. "Wir hatten mit 35,2 Prozent noch nie so viele Frauen in Führungspositionen und wir haben weitaus geringere Einkommensunterschiede mit 12,8 Prozent im öffentlichen Dienst als in der Privatwirtschaft", erklärte Duzdar.

Die ÖVP Frauen wünschten in einem Newsletter einen "großartigen Weltfrauentag" und wiesen auf ihre Forderungen hin. So brauche es etwa im Rahmen der Wahlrechtsreform frauenfördernde Maßnahmen und auch die geplante Frauenquote für Aufsichtsräte sei nur ein erster Schritt. Die Quote sollte auf Vorstandsetagen ausgeweitet werden, hieß es. Der ÖAAB drängt in einer Aussendung auf die Anrechnung von zumindest vier Jahren pro Kind für die Pension, unabhängig vom Abstand in dem die Kinder geboren wurden.

Gleich doppelte Diskriminierung ortet Grünen-Abgeordnete Helene Jarmer für Frauen mit Behinderung: "Seit Jahren gibt es in diesem Bereich keine merkbaren Verbesserungen." Auch ein Förderkonzept zur beruflichen Eingliederung von behinderten Frauen werde von Jahr zu Jahr verschoben, kritisierte sie. Die "Unsichtbarkeit" behinderter Frauen sollte "dringend" beendet werden, forderte Jarmer.

Eine breitere Repräsentation von allen Frauen jeglicher Herkunft, Hautfarbe oder sexueller Orientierung forderte auch die sozialdemokratische LSBTI-Organisation SoHo. "Diskriminierung bekämpfen wir durch Aufklärung, durch Sichtbarmachen und Aufzeigen der Probleme", hieß es in der Aussendung.

Die Bundesjugendvertretung pochte darauf, dass die Schieflage am Arbeitsmarkt beseitigt wird und forderte eine Neugestaltung der Berufsorientierung. Die Kürzung bei der Mindestsicherung sei "klar frauenfeindlich", kritisierte BJV-Vorsitzende Julia Herr außerdem.

Frauentag - die andere Geschichte

Quelle: APA

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