Innenpolitik

Gedenken an Opfer der Roma und Sinti während der NS-Diktatur

Im burgenländischen Lackenbach ist am Samstag der unter der Nazi-Diktatur verschleppten und ermordeten Roma und Sinti gedacht worden. Der Einladung der Landesregierung und des Kulturvereins Österreichischer Roma waren auch Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) und Landtagspräsident Christian Illedits (SPÖ) gefolgt.

"Erinnerung ist die Voraussetzung dafür, dass wir wachsam bleiben, denn wer die Vergangenheit nicht sieht, wird auch blind für die Gegenwart und für die Zukunft", stellte Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) fest. "Diesen Blick, dieses Bewusstsein brauchen wir im Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus, für Demokratie, für ein friedliches Miteinander, für Toleranz und Menschlichkeit." Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus, Gewaltverherrlichung und Unmenschlichkeit dürften "in unserer Gesellschaft nie wieder einen Platz haben - weder in unserem Land noch in einem gemeinsamen Europa".

In Österreich lebten vor 1938 etwa 11.000 Roma und Sinti, davon alleine 8.000 im Burgenland. Nur rund zehn Prozent der österreichischen Roma und Sinti dürften Schätzungen zufolge den Holocaust überlebt haben. Das Anhaltelager in Lackenbach war das größte seiner Art - sowohl in Österreich, als auch im gesamten Deutschen Reich.

Die ersten Einweisungen in das neu errichtete Lager Lackenbach waren im November 1940 erfolgt. Dieses war als vorübergehendes Sammellager gedacht, von wo die Häftlinge in die Konzentrationslager deportiert wurden. Gedenksteine erinnern an dieses Anhaltelager als Ort des Schreckens.

Die Roma wurden am 16. Dezember 1993 im Hauptausschuss des Nationalrates von der Republik Österreich als sechste Österreichische Volksgruppe anerkannt. Der Beschluss erlangte am 23. Dezember 1993 Rechtskraft.

Quelle: APA

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