Innenpolitik

Gemeinden in den roten Zahlen: Wo ist der Schuldenberg am höchsten?

Eine interaktive Schuldenlandkarte zeigt nun, welchen Gemeinden das Geld fehlt.

Symbolbild. SN/www.BilderBox.com
Symbolbild.

Weil aus Salzburg falsche Zahlen an Eurostat gemeldet worden seien, droht die EU-Kommission Österreich mit einer Millionenstrafe. Es geht um knapp 30 Millionen Euro. Der Warnung aus Brüssel folgte ein Ping-Pong gegenseitiger Schuldzuweisungen zwischen Salzburg und der Statistik Austria. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen. Entscheiden müssen nämlich 28 Finanzminister der EU, ob sie dem Vorschlag der Kommission folgen.

"Wer auch immer in den Nachwehen des Salzburger Spekulationsskandals wann genau was berichtet hat: Diese Intransparenz betreffend die Schuldenstände von Ländern und Gemeinden hat System", ist der Think-Tank Agenda Austria überzeugt. Die Kritik: Während der Bund bereits auf die zeitgemäße, sogenannte doppelte Buchführung umgestellt habe - so wie sehr viele andere Gemeinden, Bundesländer und Staaten in der EU auch - verwenden Länder und Kommunen nach wie vor die sogenannte Kameralistik. Und die macht es leichter, Schulden über "Ausgliederungen" zu verstecken.

Die Agenda Austria zeigt nun in einer interaktiven Grafik, wie hoch der Schuldenstand jeder Gemeinde ist. Die Grafik enthält offizielle Zahlen - was aber eben nicht heißt, dass sie den tatsächlichen Schuldenstand zeigt. Sie gibt aber eine Vorstellung davon, wie hoch die Schulden der Gemeinden auf jeden Fall sind:

In Salzburg wurde der Umstieg von der Kameralistik auf eine Doppelte Buchführung bis 2018 fixiert. Die Umstellung der Buchführung ist direkte Folge des Salzburger Finanzskandals. Nie wieder sollte die rechte Hand in der Landesverwaltung nicht wissen, was die linke tut. Nie wieder sollte die Buchhaltung unüberschaubar sein. Am 1. Jänner 2018 soll die Eröffnungsbilanz vorgelegt werden. Dann sollen erstmals nicht nur Ein- und Ausgaben dargestellt werden wie im kameralistischen System. Dann soll auch umfassend zu sehen sein, welches Vermögen das Land hat.

(SN)

Aufgerufen am 25.11.2017 um 08:22 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/gemeinden-in-den-roten-zahlen-wo-ist-der-schuldenberg-am-hoechsten-102637

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