Innenpolitik

Gesundheits-Landesräte wollen mehr Mediziner ausbilden

Die Gesundheitsreferenten der Länder haben am Dienstag vor einem eklatanten Ärztemangel gewarnt und sich für Änderungen beim Aufnahmetest für angehende Medizinstudenten ausgesprochen. Ebenso müsse dem berechtigten Wunsch nach einer ausgeglichenen Work-Life-Balance der Allgemeinmediziner Rechnung getragen werden, hieß es nach der Sitzung der Gesundheitsreferenten in Dornbirn.

Länder wollen Aufnahmetests ändern SN/APA (Symbolbild)/HERBERT PFARRHO
Länder wollen Aufnahmetests ändern

Beate Prettner (Kärnten, SPÖ) nannte den Prozess rund um den Aufnahmetest für Mediziner "antiquiert". Man brauche sehr viel mehr Medizinstudenten, wies sie auf den langen Zeitraum der Ausbildung (zehn bis 15 Jahre) und den dringenden Bedarf vor allem im niedergelassenen Bereich hin. Dabei müsse aber auch die Sozialkompetenz der Bewerber berücksichtigt werden - derzeit sei der Aufnahmetest sehr naturwissenschaftslastig, bemängelten Prettner und ihr Tiroler Kollege Bernhard Tilg (ÖVP). Diesbezüglich sei eine Überarbeitung des Tests vonnöten. "Wir steuern sehenden Auges auf einen eklatanten Ärztemangel zu", stellte auch Christian Stöckl (Salzburg, ÖVP) fest.

Zu einer besseren Work-Life-Balance der Ärzte sollen unter anderem die Primärversorgungszentren beitragen, von denen österreichweit bis 2021 75 entstehen sollen. Noch fehle es aber an der Bereitschaft der Ärzte, in diesen Gesundheitszentren tätig zu sein, sagte Prettner. Diesbezüglich sei man aber in engem Kontakt mit der Ärztekammer. Stöckl wies seinerseits auf die Finanzierung der Lehrpraxen hin, für die man eine österreichweit einheitliche Lösung anstrebe. Für angehende Allgemeinmediziner sei es wichtig zu wissen, dass die Finanzierung gewährleistet sei und die Lehrpraxis ohne Wartezeit absolviert werden könne. Stöckl sprach von einer Aufteilung der Kosten zwischen Land-Sozialversicherung-Ärzten-Bund im prozentuellen Verhältnis von 35:35:10:20.

Der Gastgeber der Konferenz, Vorarlbergs Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (ÖVP), erklärte, dass die Landesgesundheitsreferenten sich grundsätzlich zur Umsetzung der zwischen Bund und Ländern vereinbarten Gesundheitsreform bekennen. Dazu brauche es kompetente Systempartner der Sozialversicherung auf Landesebene. "Ich sehe in der partnerschaftlichen Ausgestaltung der Gesundheitsreform die taugliche Zukunft für unser Gesundheitswesen", unterstrich Bernhard. Er betonte darüber hinaus die einheitliche Position der Gesundheitsreferenten, dass bei neuen und sehr hochpreisigen Medikamenten Entscheidungen bezüglich des Einkaufs und der Verabreichung von einer zentralen Stelle getroffen werden sollen. Ebenso festgehalten wurde, dass im Rahmen der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) auch ein elektronischer Impfpass eingeführt wird. Die Umsetzung werde wohl zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen, schätzte Tilg.

Quelle: APA

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