Eine blaue Forderung erhöht den Druck auf die Grünen

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Glosse Inge Baldinger

Das geht aber schnell: Am Dienstag machte die eben noch auf Oppositionskurs getrimmte FPÖ in Gestalt ihres Parteichefs Norbert Hofer der ÖVP ein unüberhörbares Koalitionsangebot. Am Mittwoch stellte FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl bereits die erste Koalitionsbedingung: Er verlangte das Innenministerium. Nicht für sich, zumal auch ihm klar ist, dass das am Einspruch von Bundespräsident Alexander Van der Bellen scheitern würde. Aber für seine Partei.

Kickl nannte es gar "unvorstellbar", dass das Innenministerium an die Volkspartei gehe, und erteilte auch ÖVP-internen Überlegungen, in der Herrengasse einen parteifreien Minister zu installieren (wie es etwa der derzeit amtierende Wolfgang Peschorn ist), eine entschiedene Absage. Warum? Weil es laut dem blauen Ex-Innenminister keinen Unabhängigen für das Amt gebe.

Türkisen-Chef Sebastian Kurz dürfte sich über die blaue Unfreundlichkeit dennoch freuen - weil er die Botschaft umgehend an die Grünen weitergeben kann: Wird's mit ihnen nichts, nehmen sie einen blauen Innenminister in Kauf. Kein schlechtes Druckmittel.

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