Eine hohe Quote - und was wir dafür kriegen

Der Staat greift tief in unsere Taschen. Freilich nicht nur aus Raffgier.

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Glosse Andreas Koller

Österreich weist eine Steuer- und Abgabenquote von fast 42 Prozent auf, Irland nur von knapp 23 Prozent. Also auf nach Irland? Vielleicht sollte man vorher eine Krankenversicherung abschließen. Denn der Ire und die Irin zahlen - wenn sie nicht als Einkommensschwache über eine sogenannte Medical Card verfügen oder ihnen nicht der Dienstgeber eine Versicherung finanziert - gut und gerne 50 Euro für jeden Besuch beim Hausarzt. Und locker das Doppelte, wenn sie sich in die Notaufnahme eines Spitals verfügen. In Österreich sind diese und viele andere Leistungen bekanntlich gratis, oder nein: Wir finanzieren sie aus den Sozialversicherungsbeiträgen, welche den Löwenanteil der hohen Abgabenquote ausmachen.

Ja - die Steuer- und Abgabenquote bei uns ist zu hoch, und der Plan der Regierung, sie zu senken, ist begrüßenswert. Aber gleichzeitig: Nein - die hohe Abgabenquote ist nicht (nur) Ausdruck eines raffgierigen Staats, sondern (auch) Nebenprodukt eines bestens ausgebauten Sozialsystems, das Pensionen und Gesundheitsleistungen garantiert und auch die Schwächsten nicht zurücklässt.

Aufgerufen am 09.12.2018 um 06:17 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/glosse-eine-hohe-quote-und-was-wir-dafuer-kriegen-62059666

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