Wie wäre es mit: Schweigen?

Was zu Weihnachten besonders zu empfehlen wäre.

Autorenbild
Glosse Andreas Koller

Wir fassen das politische Geschehen der vorgeblich stillsten Zeit zusammen. 23. Dezember: ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer rügt den immer aggressiveren Ton in der politischen Auseinandersetzung und fordert die SPÖ auf, zu einem sachlichen Stil zurückzukehren. 26. Dezember: SPÖ-Vizeklubchef Jörg Leichtfried kritisiert, dass sich der Bundeskanzler bei Parlamentssitzungen "demonstrativ seinem Handy gewidmet" hat. 27. Dezember: SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner wirft der türkis-blauen Regierung soziale Einschnitte und die "Spaltung der Gesellschaft" vor. 27. Dezember: ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer beklagt, "dass immer wieder verbale Entgleisungen von Vertretern der Sozialdemokratie laut werden". Fortsetzung, das ist zu befürchten, folgt, die stillste Zeit ist ja noch lang nicht vorüber. Es gäbe zwei Alternativen zu diesem üblen Anpatz-Stil, der das Publikum anödet, und das nicht nur zu Weihnachten. Die eine lautet: Nicht auf den Gegner hindreschen, sondern die eigenen hoffentlich konstruktiven Ideen in den Blickpunkt rücken. Die andere: Schweigen. Das wäre zu Weihnachten besonders zu empfehlen.

Aufgerufen am 20.10.2021 um 09:53 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/glosse-wie-waere-es-mit-schweigen-63154453

Kommentare

Schlagzeilen