Innenpolitik

Greenpeace-Proteste vor brasilianischer Botschaft in Wien

Greenpeace-Aktivisten haben am Mittwoch vor der brasilianischen Botschaft in Wien demonstriert. Sie zeigten ihre Solidarität mit der indigenen Bevölkerung und forderten den Schutz des Amazonas-Regenwaldes. Die Proteste finden laut der Umweltschutzorganisation in elf Städten weltweit statt. In der Bundeshauptstadt hielten 22 Aktivisten Porträts indigener Vertreter hoch.

Greenpeace zeigt Solidarität mit der indigenen Bevölkerung Brasiliens SN/APA (Greenpeace)/MITJA KOBAL
Greenpeace zeigt Solidarität mit der indigenen Bevölkerung Brasiliens

"Die brasilianische Regierung unter Präsident Jair Bolsonaro muss den Amazonas-Regenwald bewahren und die indigene Bevölkerung schützen", so die Forderung der Demonstranten. Denn der Regenwald werde "bereits jetzt im Rekordtempo abgeholzt. Damit nimmt auch die Gewalt gegen indigene Gemeinschaften zu, die versuchen, den Regenwald vor Eindringlingen der mächtigen Holz- und Agrarindustrie zu bewahren", sagte Lukas Meus, Waldexperte bei Greenpeace in Österreich. "Anstatt den wertvollen Regenwald und die indigenen Völker zu schützen, will die brasilianische Regierung nun den Regenwald noch mehr ausbeuten."

Bereits im Wahlkampf habe Bolsonaro angekündigt, dass er keine neuen indigenen Schutzgebiete ausweisen will. 100 Tage nach Amtsantritt hat die neue brasilianische Regierung innenpolitische Entscheidungen getroffen, die die teils illegale Abholzung und die Gewalt im Amazonas weiter verstärken, so Greenpeace in einer Aussendung. "Indigene Gemeinschaften wie die Karipuna müssen in Brasilien respektiert und unterstützt werden. Die derzeitige Regierung erkennt nicht an, dass wir unser Land und die Wälder bewahren wollen. Darum brauchen wir die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft", sagte Andre Karipuna von der indigenen Gemeinschaft Karipuna.

Der Amazonas-Regenwald gehört zu den artenreichsten Ökosystemen und speichert rund 100 Milliarden Tonnen Kohlenstoff. Die Profite durch Holz und industrielle Landwirtschaft führen jedoch dazu, dass der Amazonas-Regenwald immer rasanter ausgebeutet wird. Zwischen August 2017 und Juli 2018 wurde im Amazonas eine Fläche vernichtet, die 19 Mal so groß ist wie Wien. Damit wurden laut Greenpeace 13,7 Prozent mehr Wald zerstört als noch im Jahr zuvor. "Verlieren wir den Amazonas, verlieren indigene Gemeinschaften ihr Zuhause, und wir alle den Kampf gegen die Klimaerhitzung", so Meus.

Quelle: APA

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