Innenpolitik

Hochschulen: Viele Prüfungen finden online statt, Medizin-Aufnahmetest verschoben

Bildungs- und Wissenschaftsminister Heinz Faßmann (ÖVP) stellte am Donnerstag den Fahrplan für die Universitäten und Fachhochschulen vor. Große Prüfungen und praktische Übungen sollen unter besonderen Sicherheitsbestimmungen stattfinden. Die Aufnahmetests für das Medizinstudium werden frühestens am 14. August stattfinden.

Durchstarten statt Hochfahren - so laute das Motto des weiteren Fahrplans für Unis und Fachhochschulen, sagt Bundesminister Faßmann am Donnerstag. Denn die Unis seien auch in den vergangenen Wochen in Betrieb gewesen. Die Lehre mittels Distance Learning habe gut funktioniert, sagt Faßmann. Lediglich sieben Prozent der Studierenden seien einer Umfrage zufolge nicht zufrieden mit dem Fernunterricht. Dennoch werde nun daran gearbeitet, den Uni-Alltag schrittweise anzupassen. Große Prüfungen können wieder an den Unis stattfinden, dazu zählen vor allem Verteidigungen von Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten. Diese seien in großen Räumen und mit kleinen Kommissionen durchzuführen. Aus Gründen des Infektionsschutzes sind ein Mindestabstands sowie das Tragen von Mund-Nasen-Schutz in den Gebäuden einzuhalten. Einzelprüfungen würden ab Mitte Mai via Videotool stattfinden, auch schriftliche Prüfungen in Form von Open-Book-Tests sind möglich. Laborübungen, Lehrgrabungen und künstlerischer Einzelunterricht sollen laut Faßmann in abgespeckter Form durchgeführt werden. Forschung in Labors bzw. am Patienten werde schrittweise ermöglicht.

Da die Matura im Mai stattfinden werde, könnten auch die Aufnahmeprüfungen zu den Fachhochschulen und Universitäten wie geplant durchgeführt werden. Nur für die künftigen Mediziner werde es zu einem Ersatztermin kommen, kündigte Faßmann an.

Medizin-Aufnahmetests verschoben

Der für 3. Juli geplante Aufnahmetest für das Medizinstudium wird aufgrund der Coronapandemie verschoben. In einem Verordnungs-Entwurf gibt Faßmann nun zwei Optionen vor: Der Test soll entweder am 14. August oder im Zeitraum von 28. September bis 7. Oktober stattfinden. Auch alle anderen Präsenz-Aufnahmeprüfungen mit mehr als 200 Teilnehmern finden erst ab 1. August statt.

Sollte für den Medizin-Aufnahmetest die spätere Option gewählt werden, müssten die Medizin-Unis auch die allgemeinen Zulassungsfrist erweitern und die lehrveranstaltungsfreien Zeit, insbesondere im Februar 2021, streichen. Allgemein dürfen Eignungs-, Aufnahme- und Auswahlverfahren für Bachelor- und Diplomstudien für die die gleichzeitige, persönliche Anwesenheit von mehr als 200 Studienwerbern erforderlich ist, erst ab 1. August 2020 durchgeführt werden.

Keine Rückzahlung der Studiengebühren

Eine von der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) geforderte generelle Rückzahlung von Studiengebühren in diesem bzw. den Verzicht darauf im kommenden Semester wird es nicht geben. "Die Universitäten und Fachhochschulen sagen zurecht, dass erst am Ende des Tages abgerechnet werden kann", so Faßmann. "Solange es Lehre und Prüfungen gibt, kann man nicht von einem verlorenen Semester sprechen." Das betonte auch Sabine Seidler, Präsidentin der Universitätenkonferenz, am Donnerstag. Man werde sich aber in Einzelfällen ansehen, ob Studierende wirklich keine Leistungen erhalten hätten, versprach sie. Den Professorinnen und Professoren sei in den vergangenen Wochen viel abverlangt worden, die Lehre sei innerhalb weniger Tage ins Digitale verlegt worden. "Doch die forschungsbasierte Lehre kann nicht ohne Forschung funktionieren", sagt Seidler. Der intellektuelle Austausch, Übungen und das Forschen im Labor sei nur schwer durchführbar gewesen. Die Universitäten würden mit Hochdruck am Hochfahren der Forschungstätigkeiten arbeiten.

Die Fachhochschulen wiederum sollen die vom Bund finanzierten Normkosten pro Studienplatz auch dann bekommen, wenn sie diese Plätze coronabedingt nicht füllen können. Der Präsident der Fachhochschul-Konferenz Raimund Ribitsch verlangte erneut eine zehnprozentige Erhöhung der Fördersätze. Für FHs, wo Präsenzunterricht in Kleingruppen die Norm war, sei die Umstellung eine besondere Herausforderung gewesen, sagte Ribitsch. Unter Wahrung der Hygiene- und Distanzbestimmungen sollen künftig wieder Laborübungen, praktische Übungen an Patienten in den gesundheitswissenschaftlichen Studiengängen durchgeführt werden können. Faßmann gab noch eine Einschränkung mit auf den Weg: Feldstudien, Grabungen im Ausland seien wohl noch lange nicht möglich, auch größere Symposien und Tagungen werden nicht so schnell wieder stattfinden.

Quelle: SN

Aufgerufen am 27.10.2020 um 08:05 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/hochschulen-viele-pruefungen-finden-online-statt-medizin-aufnahmetest-verschoben-87236863

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