Innenpolitik

Hospiz: Forum arbeitet an Finanzierungskonzept für Ausbau

Dass die Mühlen in der Politik mitunter langsam mahlen, zeigt sich auch beim geplanten Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung: Die Diakonie kritisierte zu Allerheiligen die fehlende Umsetzung der Ergebnisse der parlamentarischen Enquetekommission "Würde am Ende des Lebens" vor eineinhalb Jahren. Das mittlerweile eingerichtete Hospiz- und Palliativforum arbeitet an einem Finanzierungskonzept.

Hospiz: Forum arbeitet an Finanzierungskonzept für Ausbau SN/APA/HARALD SCHNEIDER
Diakonie kritisiert fehlende Umsetzung der Enquete-Ergebnisse.

"Seit eineinhalb Jahren warten Betroffene und Angehörige darauf, dass Einrichtungen der Hospiz- und Palliativversorgung ausgebaut werden", beklagte Diakonie-Direktor Michael Chalupka. "Es ist diese Ankündigungspolitik, die so betroffen macht, denn Menschen und ihre Angehörigen werden in der schwierigsten Zeit ihres Lebens alleine gelassen." Man erwarte sich "rasch konkrete Schritte der Umsetzung".

Im Gesundheitsministerium und im Sozialministerium verwies man auf Anfrage der APA am Montag unter anderem auf das extra eingerichtete und mit Experten besetzte Hospiz- und Palliativforum. Dieses arbeite umtriebig an Finanzierungsvorschlägen, versicherte ein Sprecher des Sozialministers. Eine Arbeitsgruppe des Forums, der auch der Hauptverband und die Verbindungsstelle der Länder angehören, soll im Dezember einen Vorschlag für ein österreichweites Finanzierungskonzept zur Diskussion vorlegen, erklärte die ehemalige steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic (ÖVP), eine der Forums-Präsidentinnen.

Der Hospizbereich sei Länderaufgabe, dementsprechend sei man mit verschiedenen Finanzierungsformen und Zuständigkeiten konfrontiert, erläuterte Klasnic. "Wir bemühen uns sehr", betonte sie. Man sei "für jede Unterstützung dankbar", meinte Klasnic Richtung Diakonie.

Der Bedarf an Hospizversorgung ist in Österreich nur zur Hälfte gedeckt, im Palliativbereich zu 75 Prozent. Für einen Ausbau zu einem flächendeckenden, leistbaren Angebot seien für die nächsten fünf Jahre pro Jahr 18 Mio. Euro mehr notwendig, sagte Klasnic. Man werde auch sehen, was der Finanzausgleich bringe. Klasnic wies aber auch darauf hin, dass es nicht ausreiche, nur das notwendige Geld zu haben - man müsse auch die Leute ausbilden und Plätze schaffen.

Quelle: APA

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