Innenpolitik

IGGÖ startete Bundesländer-Tour in Graz

Die Islamische Glaubensgemeinschaft begibt sich auf Bundesländer-Tour. Sie hat am Freitag in Graz begonnen und soll bis zum Ende des Jahres alle Bundesländer umfassen, teilte die IGGÖ in einer Aussendung mit. In Graz standen zunächst Besuche bei der Jüdischen Gemeinde, der evangelischen Gemeinde wie auch der Diözese Graz an.

IGGÖ-Präsident Vural besuchte auch die Jüdische Gemeinde SN/APA (Archiv)/HERBERT PFARRHOFER
IGGÖ-Präsident Vural besuchte auch die Jüdische Gemeinde

Später wird das Freitagsgebet in der "Dzemat Bosnjak" verrichtet. Abschließend gibt es ein Treffen mit Imamen und Obleuten der hiesigen Moscheegemeinden. "Ich war von Anfang an davon überzeugt, dass die Islamische Glaubensgemeinschaft näher an die Menschen muss. Die österreichischen Muslime wollen nicht nur hören oder lesen, dass wir für sie da sind, wir müssen es sein", so Präsident Ümit Vural über die Motivation, eine Bundesländer-Tour zu starten.

"Ich danke der Islamischen Religionsgemeinde in Graz für das tolle Programm, das sie zusammengestellt hat und freue mich, auf die vielen Gespräche und Treffen", so Vural. Gleich um 9.00 Uhr traf Vural auf den Präsidenten der Jüdischen Gemeinde Graz, Elie Rosen. Es ist dies der erste Besuch des Oberhauptes der IGGÖ in einer Synagoge überhaupt, hieß es seitens der Jüdischen Gemeinde Graz. Nach dem Anschlag von Christchurch komme diesem "Brückenschlag umso mehr herausragende Bedeutung zu", so Rosen.

Beide Seiten hätten das Gespräch - ein "historisches Zusammentreffen" - als "überaus konstruktiv" bezeichnet. Rosen betonte, dass die Annäherung zwischen den Religionsgemeinschaften einen von Respekt geprägten Umgang erfordere. Dabei müsse auch von Achtung getragene Kritik Platz haben dürfen. Indem Ängste und Erwartungen offen formuliert werden können und vom Gegenüber auch ernst genommen werden, bestehe die Chance auf Nachhaltigkeit. Es käme nicht auf fromme Lippenbekenntnisse, sondern auf Taten an.

Der IGGÖ-Präsident habe erklärt, "dass Antisemitismus auch unter Muslimen in keinster Weise akzeptiert" werden dürfe. Zwischen Juden und Muslimen bestünden auch viele Gemeinsamkeiten, die es zu betonen und vermitteln gelte. Der Austausch solle in Zukunft deutlich intensiviert werden. Im Anschluss an das Gespräch und dem Eintrag in das Goldene Buch der Jüdischen Gemeinde besuchte Vural mit seinem Mitarbeiterstab auch die Grazer Synagoge. Es war der erste Besuch des neu gewählten Präsidenten der IGGÖ in einer österreichischen Synagoge. An dem Treffen nahmen auch der Grazer Altbürgermeister Alfred Stingl (SPÖ) und der Vorsitzende der Muslime in der Steiermark, Ali Kurtgöz, teil.

Quelle: APA

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