Innenpolitik

Interne Umstrukturierungen sorgen für Unmut im Team Stronach

Im Team Stronach geht es wieder einmal rund: Klubchef Robert Lugar hat Klubdirektorin Christine Weber gekündigt, bestätigte er der APA einen entsprechenden Bericht in "Österreich". Dass Lugar nun den Unternehmensberater Martin Kaipel als Klubdirektor installiert hat, sorgt für großen Unmut unter den Mandataren. Lugar selbst sieht einen "ganz normalen Vorgang".

Interne Umstrukturierungen sorgen für Unmut im Team Stronach SN/apa
Klubchef Robert Lugar.

Bei Webers Kündigung handle es sich schlicht um "interne Umstrukturierungen", weil man in der Herbstarbeit neue inhaltliche Schwerpunkte setzen wolle, erklärte Lugar. Kaipel habe sich in den vergangenen Monaten als Teil des Teams für den Hypo-U-Ausschuss "hervorgetan".

Das Politprojekt von Milliardär Frank Stronach fiel von Anfang an vor allem mit personellem Chaos auf. Dass das Verhältnis zwischen dem Parteigründer und Klubobmann Lugar nicht das Beste ist, manifestiert sich schon seit längerem in Form von zwei Lagern im Klub, berichten Abgeordnete hinter vorgehaltener Hand. Dabei war Harmonie ohnehin nie eine Stärke des Klubs, von den ursprünglich elf sind mittlerweile nur mehr sechs Abgeordnete an Bord.

Mit der Kündigung der Klubdirektorin erreichte der Konflikt nun einen neuen Höhepunkt: "Der Krieg tobt weiter", hieß es zur APA. Lugar habe Weber rausgeworfen, weil sie gegenüber dem Parteichef loyal gewesen sei, und durch seinen Vertrauten ersetzt, lautet der Vorwurf. Offiziell Stellung nehmen wollte am Montag freilich kaum ein Mandatar, Weber selbst möchte sich zur Causa überhaupt nicht äußern.

Dem Vernehmen nach denkt das Stronach-Lager sogar über eine Abwahl Lugars nach. Dafür bräuchte es aber eine Zweidrittelmehrheit unter den sieben Stimmberechtigten (inklusive Bundesrat Gerald Zelina), die es derzeit nicht gibt, denn Martina Schenk und Leo Steinbichler dürften zu Lugar halten. Auch eine Spaltung soll im Raum gestanden sein, wobei man bedenken muss, dass man den Klubstatus verliert, wenn man unter fünf Mandatare fällt - damit wären nicht nur wichtige Rechte im Hohen Haus dahin, sondern auch die Klubförderung.

Lugar selbst fürchtet sich jedenfalls nicht: Er habe das Vertrauen des Parteichefs, betonte er im APA-Gespräch, außerdem sei es "entscheidend, was die Mehrheit will", und die stehe hinter ihm. Es stehe auch keine Abstimmung über seinen Posten bevor. Es gebe natürlich Diskussionen und unterschiedliche Positionen, was Inhalte betreffe, aber "es gibt keine Spaltung", unterstrich Lugar. "Wir sind ein eingeschworenes Team."

Quelle: APA

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