Innenpolitik

"Ja, aber" zu Computerklassen

Warum Gratislaptops leider doch nicht zu Individualisierung im Unterricht und beschleunigten Lernerfolgen führen. Und warum sie an norwegischen Schulen bald wieder verschwunden sind.

Bald wir Bildung für Elfjährige am tablet serviert . SN/istockphoto
Bald wir Bildung für Elfjährige am tablet serviert .

Was bringt die groß angekündigte Digitalisierungsoffensive? Was bringt es, Schulklassen mit Gratistablets und -laptops auszustatten? Experten begrüßen die gezielte Förderung der digitalen Kompetenz der Schüler, warnen aber vor überzogenen Erwartungen im Hinblick auf Lernerfolge.

Bildungswissenschafter Stefan Hopmann erwartet nicht allzu viel von der digitalen Offensive: "Sehr viele Versuche mit dem Einsatz von digitalen Medien im Unterricht waren wenig produktiv - manchmal sogar kontraproduktiv", sagt er den SN. Es sei aber absolut richtig und wichtig, dass die Schule sich um die Digitalisierung kümmere. Und es gebe auch Beispiele, bei denen der gezielte Einsatz als unterstützendes Medium produktiv und hilfreich sein könne. Aber: "Die Erwartungen, die mit diesem ,Jetzt schmeißen wir WLAN und Laptops in die Klassen' verbunden werden, sind überzogen", warnt der Experte. Damit das Lernen zu individualisieren, zu stabilisieren und zu beschleunigen sei nicht möglich. Da habe man leider "die komplette Empirie der letzten 20 Jahre" gegen sich.

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