Innenpolitik

Kämpferischer Wimmer bleibt pro-ge-Chef

Rainer Wimmer führt auch in den kommenden fünf Jahren die größte Arbeitergewerkschaft an. Beim Gewerkschaftstag der Produktionsgewerkschaft pro-ge wurde er am Donnerstag mit 97,2 Prozent bestätigt. Seine Wahlrede ging der 62-Jährige zwar angriffig an, Streiks dürften aber nicht bevorstehen. Mit Verweis auf die Kollektivvertragsverhandlungen deutete Wimmer eine harte Herbstlohnrunde an.

Wimmer erntete viel Zustimmung SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Wimmer erntete viel Zustimmung

Man werde das Pulver nicht schon von der ersten Minute an verschießen, betonte Wimmer, der kommende Woche beim ÖGB-Kongress auch zum Vorsitzenden der sozialdemokratischen Gewerkschafter gewählt wird und demnächst in den Nationalrat zurückkehrt. Es komme der Sommer, und "da werden wir noch nicht den allergrößten wilden Mann spielen". Aber danach starteten ja die Kollektivvertragsverhandlungen, spielte Wimmer bereits jetzt auf eine harte Herbstlohnrunde an.

Seine Mitglieder stimmte der pro-ge-Chef, der nun bereits seit 2009 amtiert, auf "sehr schwere Zeiten" ein. Die Regierung betreibe eine neoliberale Politik, die es in sich habe und gegen die Arbeitnehmer gerichtet sei. Das Regierungsprogramm sei ja auch eigentlich eines der Industriellenvereinigung, kein Wunder also, dass die Arbeitgeber zur Zeit "einfach lustig" seien.

Angeprangert wurden dann von Wimmer auch diverse Vorhaben der Koalition, etwa die Umgestaltung der Sozialversicherungsgremien mit einer deutlichen Aufwertung der Arbeitgeber: "Wenn wir uns das gefallen lassen, sind wir selber schuld", meinte der pro-ge-Chef dazu und drückte zugleich seine Erwartung aus, dass die Regierung in einem nächsten Schritt weitere Selbstbehalte im Gesundheitswesen plane.

Ankämpfen will die Gewerkschaft ferner gegen Einnahmen-Ausfälle für die Arbeiterkammer, die Abschaffung der Notstandshilfe sowie die Auflösung der Jugendvertrauensräte, die immerhin eine "Kaderschmiede der sozialen Gerechtigkeit" darstellten, wie ein Jugend-Delegierter befand. Auch den 12-Stunden-Tag wird es nicht ohne Widerstand der pro-ge geben. Dazu wurde am Kongress ein Initiativantrag eingebracht, dessen Kernsätze sind: "Wir werden informieren und Aktivitäten setzen. Die Unternehmer müssen spüren, dass ihr Handeln auch in den Betrieben eine Auswirkung hat."

Wimmer machte dann auch klar, dass sich die Dienstgeber nicht zu sicher fühlen sollten. Eine Arbeitsniederlegung ist zwar für ihn der "allerletzte Weg": "Die Arbeitgeber müssen aber wissen, dass das möglich ist." Gestärkt fühlt sich die pro-ge durch die Mitglieder. Denn in der vergangenen Funktionsperiode zwischen 2013 und 2017 gab es ein Plus von knapp 4.800 Mitgliedern. Geeint ist man jedenfalls. Auch die Christgewerkschafter machten am Gewerkschaftstag klar, dass sie voll hinter den Forderungen der sozialdemokratisch geprägten pro-ge stünden.

Quelle: APA

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