Innenpolitik

Karfreitag in Mödling: ÖVP warnt vor Diskriminierung

Die Kritik des Mödlinger ÖVP-Bürgermeister Hans Stefan Hintner an der Karfreitag-Regelung der Regierung hat zu einem parteiinternen Hick-Hack in der Volkspartei geführt. Die Bundespartei kommentierte die Ankündigung Hintners, den protestantischen Gemeindebediensteten am Karfreitag freizugeben, mit dem Hinweis, dass das gleichheitswidrig wäre.

Es sei gut und erfreulich, wenn Unternehmen ihren Mitarbeitern zusätzliche freie Tage oder kürzere Dienste gewähren wie zum Beispiel zu Weihnachten, Silvester oder am Karfreitag. Durch die Entscheidung des Europäische Gerichtshof müssten solche Regelungen jedoch für alle Mitarbeiter gelten und dürfen nicht auf eine Religionsgruppe beschränkt sein, sagten Klubobmann August Wöginger und Generalsekretär Karl Nehammer in einer Aussendung am Samstag.

Hintner hatte angekündigt, den 20 protestantischen der insgesamt 310 Mitarbeiter der Stadtgemeinde künftig am Karfreitag Sonderurlaub zu gewähren und die Diskussion um den Karfreitag kritisiert. "Ich halte die Lösung der Bundesregierung für beschämend. In der Stadtgemeinde Mödling lassen wir am Karfreitag alles wie bisher", so Hintner.

Hintner hat am Samstagnachmittag betont, es gehe ihm bei der angekündigten Karfreitags-Regelung der Stadtgemeinde darum, "Respekt" gegenüber den Protestanten und damit einer Minderheit aufrecht zu erhalten. Ein Arbeitgeber könne Sonderurlaub auch ohne Begründung geben, meinte Hintner im Gespräch mit der APA.

Es gehe nicht um einen Feiertag für alle, sondern um einen wichtigen Feiertag für die Protestanten. Dabei sollten Arbeitgeber laut dem Stadtchef ihre Möglichkeiten ausschöpfen, etwa mit Sonderurlaub. Die zuerst von der Bundesregierung angekündigte Lösung eines halben Feiertages sei "unglücklich" gewesen, zumal viele Beschäftigte an Freitagen ohnehin früher Dienstschluss haben. Der "persönliche Feiertag" innerhalb des bestehenden Urlaubsanspruchs sei "ohne Effekt", meinte Hintner.

Mödling sei in Niederösterreich eine "Hochburg" der Protestanten mit rund zehn Prozent Anteil. Unter den 310 Beschäftigten der Stadtgemeinde gebe es einer Schätzung zufolge an die 20 Protestanten. In Österreich machen die Evangelischen mit rund 300.000 Personen einen Bevölkerungsanteil von rund 3,4 Prozent aus.

Quelle: APA

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