Innenpolitik

Kindergärten lichten sich wegen Coronavirus

Die Kindergärten lichten sich, Schuld daran hat das Coronavirus. Sie bleiben zwar weiter geöffnet - die Eltern werden aber gebeten, ihre Kinder nur dann zu bringen, wenn sie nicht daheim betreut werden können. Im verpflichtenden letzten Kindergartenjahr entfällt die Besuchspflicht. In der Steiermark, Kärnten, Tirol, Vorarlberg und dem Burgenland wirkt sich dies bereits aus.

Viele Kuscheltiere in Kindergärten bleiben derzeit einsam SN/APA (AFP/Symbolbild)/JENS SCHLUE
Viele Kuscheltiere in Kindergärten bleiben derzeit einsam

Analog zum Schulbetrieb für Unter-14-Jährige bleiben in der Steiermark die Kindergärten und Kinderkrippen geöffnet. "Es ist uns wichtig, dass Kinder, die Betreuungsbedarf haben, weiter in Betreuungseinrichtungen gut aufgehoben sind", sagte Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP). Zudem wurde noch einmal ausdrücklich gebeten, Kinder nicht von älteren Menschen oder jenen mit Vorerkrankungen betreuen zu lassen.

Viele Kindergärten in Kärnten wurden am Freitag bereits von deutlich weniger Kindern als üblich besucht. In Klagenfurt war es je nach Kindergarten recht unterschiedlich, durchschnittlich sei der Andrang um rund ein Drittel weniger als normal, hieß es auf APA-Anfrage bei der Klagenfurter Stadtpresse. Laut Auskunft der Stadt Villach kamen am Freitag 443 Kinder in die städtischen Kindergärten, üblicherweise waren es mehr als Tausend.

In Innsbrucks Kindergärten war bereits ein Rückgang an Kindern, die in die Kindergärten gebracht werden, feststellbar, hieß es aus dem Büro der zuständigen Stadträtin Elisabeth Mayr (SPÖ). Es seien bereits am Donnerstag weniger Kinder in den Kindergärten gewesen und am Freitag zeichnete sich ein weiterer Rückgang ab. Ob man jedoch, die von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) gewünschte Quote von 25 Prozent erreiche, könne man derzeit noch nicht abschätzen, hieß es. Im Kindergarten der Tiroler Gemeinde Thaur, die knapp über 4.000 Einwohner hat, sind manche Gruppen am Freitag bereits gar nicht mehr zustande gekommen. Wie die Leiterin des Kindergartens, Simone Stebegg, gegenüber der APA erklärte, sind von 117 Kindern nur mehr um die 40 gekommen.

Vonseiten des Landes wurde gegenüber der APA betont, dass am Freitag generell noch regulärer Betrieb herrschte. Vereinzelt hätten Eltern ihre Kinder zu Hause gelassen. Genaue landesweite Zahlen gebe es nicht, derzeit sei "alles im Fluss", hieß es aus dem Büro von Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP).

In den Vorarlberger Kindergärten war es am Freitag bereits deutlich ruhiger als gewohnt. Zahlreiche Eltern brachten ihre Kinder nicht mehr in die Betreuung. "Viele, deren Kinder noch da sind, haben angekündigt, dass der Freitag der letzte Kindi-Tag für ihr Kind sein wird", so eine Kindergartenleiterin beim APA-Rundruf. Auch im Lustenauer Kindergarten Brändle fehlten am Freitag bereits Kinder, zudem seien viele ab Montag schon entschuldigt, so Leiterin Veronika Gort. "Die Telefone laufen heiß, aber die Eltern sind generell ruhig und haben viel Verständnis für die Situation. Viele sind besorgt und wünschen uns alles Gute", sagte die Kindergartenleiterin. Im Morgenkreis werde man das Thema Coronavirus auch mit den Kindern thematisieren: "Wir werden die Situation kindgerecht erklären und die Handwaschregeln wiederholen und vertiefen. Auch dass der Kontakt zu Oma und Opa jetzt eingeschränkt sein wird, werden wir ansprechen." Die Kindergartenpädagoginnen bereiteten für die Eltern zudem Spielideen und Beschäftigungsvorschläge für zuhause vor.

Im Burgenland ging in Eisenstadt der Kindergartenbesuch am Freitag bereits spürbar zurück. Die Landeshauptstadt betreibt sieben Kindergärten, die von rund 580 Kindern besucht werden. Rund 40 Prozent davon würden nun bereits zu Hause betreut, hieß es aus dem Rathaus auf APA-Anfrage. Man bemühe sich, weiterhin in allen Kindergärten Betreuung anbieten zu können, verbinde dies jedoch mit dem Appell: "Wer die Kinder zu Hause betreuen kann, soll dies bitte tun." Auch in Oberwart war der Kindergartenbesuch am Freitag rückläufig. Schätzungsweise 20 bis 30 Prozent der Kinder dürften laut Informationen der Stadtgemeinde daheimgeblieben sein.

Die niederösterreichischen Landeskindergärten sollen nur noch bis Mittwoch geöffnet bleiben. Danach wird laut Büro der Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) der Betrieb eingeschränkt weitergeführt. "Es soll ein Kinderbetreuungsangebot für jene Kinder gewährleistet werden, deren Eltern arbeiten müssen", hieß es.

Aufgerufen am 27.11.2021 um 03:48 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/kindergaerten-lichten-sich-wegen-coronavirus-84829786

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