Kompetitiv-komparativeStädte-Insultation, einst & jetzt

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Standpunkt Helmut Schliesselberger

Ungarns Kanzleramtsminister János Lázár pöbelt via Facebook-Video gen Westen: Würde die Opposition am 8. April bei den Wahlen in Ungarn siegen, werde Budapest in 20 Jahren so aussehen wie Wien. Nicht ohne anzumerken: Wien sei schmutzig, unsicher und höchst kriminell - wegen der Zuwanderer.

Sogar bei der Wiener FPÖ betrachtet man diese Aussagen als "unangemessen" und als "nicht gerade einen Akt der Höflichkeit". Dabei haben die Blauen die kompetitiv-komparative Städte-Insultation geradezu erfunden. "Wien darf nicht Chicago werden!", polterte die FPÖ die ganzen 90er über sowie 2015 in Gestalt des FPÖ-Jungspunds Maximilian Krauss. Mit "Wien darf nicht Istanbul werden!" warb HC Strache 2005 an und für sich.

Gut, dass sich über Salzburg niemand das Politikersprechwerkzeug zerreißt. Der Sager "Wenn die Salzburger von heute Salzburg erbaut hätten, wäre bestenfalls Linz daraus geworden" ist nicht etwa von Maximilian, sondern von Karl Kraus(s) und schon fast 100 Jahre alt. Wobei man schon diskutieren könnte, ob der Satz nur für damals oder seit damals gilt.

Aber das ist eine andere Glosse.

Aufgerufen am 24.06.2018 um 12:56 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/kompetitiv-komparativestaedte-insultation-einst-jetzt-25105342

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