Innenpolitik

Kurz gegen nationale CO2-Steuer in Österreich

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat sich gegen eine CO2-Steuer in Österreich ausgesprochen. Zudem ist er für die Bildung großer Industriefirmen in Europa, eine Reform des Wettbewerbsrechts sowie für mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung, geht aus einem Vorausbericht des deutschen "Handelsblatt" hervor. Beim Thema Klimaschutz setzt der Bundeskanzler demnach auf eine europäische Lösung.

Will in Sachen Klimaschutz die EU als solche in die Pflicht nehmen SN/APA (dpa)/Julian Stratenschulte
Will in Sachen Klimaschutz die EU als solche in die Pflicht nehmen

"Der Kampf gegen den Klimawandel kann nur gemeinsam gewonnen werden. Dafür braucht es globale und europäische Anstrengungen", so Kurz, der sich mit massiver Oppositions-Kritik am Klimaschutz-Kurs der ÖVP-FPÖ-Regierung konfrontiert sieht.

Nationale Instrumente könnten zusätzlich sinnvoll sein, aber sicher nicht europäische Lösungen ersetzen, meint der Kanzler. "Die Europäische Union muss hier an einem Strang ziehen." Auf die Frage, ob er in Österreich eine CO2-Steuer einführen werde, sagte er: "Ich habe nicht vor, die Bürger zusätzlich zu belasten."

"Wir brauchen nationale und europäische Champions, um im Wettbewerb mit den USA und China bestehen zu können", sagte Kurz in Sachen Wirtschaft der Zeitung. Das Wettbewerbsrecht komme aus einer anderen Zeit und müsse dringend reformiert werden. "Wir müssen froh sein, wenn es europäischen Unternehmen gelingt, im weltweiten Wettbewerb mitzuhalten", sagte er.

Entscheidend sind für Kurz die Themen, die sich darum drehen, wie sich Europa im Wettbewerb mit den USA und China behaupten könne. Als Beispiel nannte der Politiker die Frage, ob es eine Stadt in Europa gebe, in der Batterien für die Elektromobilität produzieren werden, oder ob Europa diese Batterien weiter vollständig aus Asien importiere. "Oder ob wir europäische Unternehmen haben, die einen zügigen 5G-Ausbau in der EU mittragen können. Das sind die Themen, die auf den Tisch gehören", sagte der ÖVP-Chef.

Für eine Ökologisierung gäbe es aus Sicht der Wifo-Expertin Margit Schratzenstaller laut kürzlichen Ausführungen drei Möglichkeiten, von denen die Regierung aber nur eine nutzt, nämlich die Belohnung umweltfreundlichen Verhaltens (dafür sind bei der Steuerreform 55 Mio. Euro eingeplant, Anm.). Zusätzlich rät Schratzenstaller der Regierung, umweltschädliche Steuerausnahmen zu durchforsten - etwa das Dieselprivileg oder die Pendlerförderung. Und ein drittes Element wären höhere Umweltsteuern inklusive einer CO2-Steuer.

Quelle: APA

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