Innenpolitik

Land Vorarlberg zelebrierte "100 Jahre Selbstständigkeit"

Das Land Vorarlberg hat in einem Festakt am Samstag "100 Jahre Selbstständigkeit" zelebriert. Landesregierung und Landtag haben im Rahmen eines gemeinsamen Festtages an den 3. November 1918 erinnert. Damals fasste die Provisorische Landesversammlung in Bregenz den Beschluss über die Selbstständigkeit des Landes. Gleichzeitig erfolgte der Beitritt zur neu entstandenen Republik Deutsch-Österreich.

Landeshauptmann Markus Wallner SN/APA/DIETMAR STIPLOVSEK
Landeshauptmann Markus Wallner

"Vorarlberg hat sich beachtlich entwickelt, und wir können zu Recht stolz sein auf das Erreichte", erklärte Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP): "Man sieht eindeutig: Starke Länder sind eine notwendige Voraussetzung für ein starkes Österreich." Wallner kündigte Investitionen in die wichtigsten Zukunftsbereiche an, "um Vorarlberg langfristig zur lebenswertesten Region Europas zu machen". Als Herausforderung sah er die "in hohem Tempo stattfindende Digitalisierung", so Wallner: "Es liegt an uns, diesen Wandel als Chance zu nützen."

Wallner hob zudem den hohen Stellenwert von Bildung, Ausbildung und Qualifikation hervor. Um den steigenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften decken zu können, müsse sich Vorarlberg noch stärker als Fachkräfteschmiede und Bildungsstandort etablieren, erklärte der Landeschef. Aber auch der soziale Friede, der Umgang mit der Umwelt und die Notwendigkeit zur Nachhaltigkeit sowie der Zusammenhalt in der Gesellschaft seien "wichtige Zukunftsthemen".

Im Rahmen des Festaktes wurde eine Ausstellung des Landesarchivs mit dem Titel "Epochengrenze 1918?" im Landtagfoyer eröffnet, die die Ereignisse und Entwicklungen vor 100 Jahren aufarbeitet. Am Nachmittag folgte ein Symposium unter dem Titel "Die Länder und der neue Staat - 1918 bis 2018".

Im 1861 veröffentlichten Februar-Patent, der Verfassung der Habsburger-Monarchie, wurde Vorarlberg zu einem der 17 Kronländer Altösterreichs. Das Land erhielt eine eigene Landesordnung und einen eigenen Landtag mit 20 Abgeordneten. Der Kaiser bestimmte den Landeshauptmann, der aber in gesamtstaatlichen Angelegenheiten der k.k. Statthalterei in Innsbruck unterstellt blieb. In administrativer Hinsicht bildete Vorarlberg bis 1918 eine Verwaltungseinheit mit der Gefürsteten Grafschaft Tirol.

Während die österreich-ungarische Monarchie zerfiel, trat am 3. November 1918 in Bregenz die nach dem Ergebnis der letzten Reichsratswahl von 1911 zusammengesetzte provisorische Landesversammlung (19 Christlichsoziale, sechs Deutschfreisinnige, fünf Sozialdemokraten) zusammen. Sie proklamierte unter Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht die Unabhängigkeit Vorarlbergs von Tirol und bezeichnete Vorarlberg "als eigenes selbstständiges Land im Rahmen des deutsch-österreichischen Staates". Die deutsch-österreichische Republik wurde freilich erst am 12. November ausgerufen.

Quelle: APA

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