Innenpolitik

Lehrerbestellung: Bundes-ÖVP stärkt Hammerschmid den Rücken

Die Bundes-ÖVP stärkt Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) bei ihren Plänen für eine Reform der Lehrerbestellung den Rücken. Es wäre sinnvoll, wenn die Entscheidung über die Anstellung von Lehrern im Sinne der Profilbildung von Schulen künftig vom Direktor getroffen wird, sagte ÖVP-Generalsekretär Werner Amon am Donnerstag im Ö1-"Morgenjournal".

Lehrerbestellung: Bundes-ÖVP stärkt Hammerschmid den Rücken SN/forum alpbach
Ministerin wird von Amon unterstützt.

Die Schulleiter sollten dabei aus Amons Sicht durchaus Letztentscheider sein. Nur in Einzelfällen, etwa wenn Kleinschulen sonst keine Lehrer finden, sollten die Behörden beim Personal noch steuern. "Aber den Grundsatz, dass die Schule autonom hier Entscheidungen triff, halte ich für richtig", so der ehemalige Bildungssprecher seiner Partei. Derzeit sind die Schulbehörden für die Lehrerauswahl aller Schultypen verantwortlich.

Die von der ÖVP gestellten Landesschulratspräsidenten hatten die geplante Reform zuletzt als praxisfern kritisiert. Vor allem an den Pflichtschulen (v.a. Volks- und Neue Mittelschulen/NMS) müssten schließlich kurzfristig sehr viele Stellen besetzt werden. Außerdem orten sie die Gefahr, dass dann Kleinschulen in der Peripherie keine Pädagogen mehr finden. Amon führt den Widerstand seiner Parteikollegen darauf zurück, dass die ÖVP-Landesschulchefs hier "schon sehr detailverliebt sind und deshalb auf gewisse Schwierigkeiten aufmerksam machen wollten."

Eine Änderung der Personalauswahl an den Schulen wurde bereits in der vergangenen November im Rahmen der Bildungsreform der Regierung fixiert. "Die Personalauswahl erfolgt zukünftig durch die Schulleitung im Einvernehmen mit der Schulbehörde, wobei der Schulleitung ein Vetorecht bei Neuanstellungen zusteht", heißt es im dazugehörigen Ministerrats-Vortrag im Kapitel zu Schulautonomie.

Wie die geplante Lehrerbestellung durch die Schulleiter im Detail aussehen soll, wird nun zwischen SPÖ und ÖVP ausverhandelt. Spätestens im Dezember soll das Paket im Ministerrat beschlossen werden.

Unterstützung für die Pläne der Regierung, dass Schulleiter sich ihre neuen Lehrer künftig selbst aussuchen können sollen, kam am Donnerstag von NEOS und Team Stronach. Sie fordern die Bundes-ÖVP dazu auf, ihre Länderorganisationen auf Linie zu bringen. Die Grünen warnen indes vor "überhasteten Veränderungen". Grünen-Bildungssprecher Harald Walser spricht sich gegen "marktwirtschaftliche Selbstregulations-Romantik im Schulwesen" aus und ortet noch viele offene Fragen. Bei einer Änderung der Personalbestellung müsse sichergestellt sein, dass auch in Brennpunktschulen und entlegenen Regionen jedes Kind eine geeignete Lehrkraft hat. Gerade diese Standorte seien nämlich im Wettlauf um geeignete Lehrkräfte im Nachteil.

Quelle: APA

Aufgerufen am 20.09.2018 um 04:41 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/lehrerbestellung-bundes-oevp-staerkt-hammerschmid-den-ruecken-1021693

Schlagzeilen