Innenpolitik

Liste JETZT am Ende? Peter Pilz zeigt sich ratlos

Nach der Ankündigung des Rückzugs von fünf seiner Abgeordneten nahm JETZT-Listengründer Peter Pilz Mittwoch in einer Pressekonferenz in Wien Stellung. Er gestand ein, dass vor allem der fliegende Wechsel seiner Mandatarin Alma Zadi zu den Grünen ihn überrascht hat und dass er noch nicht sicher ist, ob er weitermachen will. "Es ist alles möglich", sagte er.

Peter Pilz am Mittwoch, 03. Juli 2019, während einer Pressekonferenz zu aktuellen Entwicklungen der Liste JETZT. SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Peter Pilz am Mittwoch, 03. Juli 2019, während einer Pressekonferenz zu aktuellen Entwicklungen der Liste JETZT.

Erst gaben am Dienstag die drei Abgeordneten Wolfgang Zinggl, Bruno Rossmann und Alfred Noll bekannt, dass sie im Herbst nicht mehr für die Liste JETZT kandidieren werden. Kurz darauf tat es ihnen Stephanie Cox, JETZT-Sprecherin für Bildung, gleich.

Und zu guter Letzt kündigte noch Mandatarin Alma Zadic via Facebook an, im Herbst nicht mehr für die Pilz-Liste, sondern für die Grünen kandidieren zu wollen. Außer Parteigründer Peter Pilz und Parteichefin Maria Stern bleibt von der Liste JETZT also kaum noch etwas übrig. Laut aktuellen Umfragen dürfte sie den Wiedereinzug ins Parlament nicht mehr schaffen.

Dennoch startet Peter Pilz noch einen letzten Versuch, seine Liste in die kommende Legislaturperiode zu führen. Bei einer (bereits vor den Rücktritten seiner Mitstreiter) geplanten Mitgliederversammlung und einer Wahlkampfklausur Ende nächster Woche im Burgenland soll die JETZT-Zukunft geklärt werden.

"Alles ist möglich", sagte Peter Pilz dazu am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. "Da wird es auch um mich als Person gehen." Er müsse nicht mehr unbedingt weitermachen, sagte er. Bei seinem Statement zeigte er Sehnsucht nach einem "starken Team", offenbar will er kein Einzelkämpfer (mehr) sein. "Ich will nicht auf alle Zeiten der sein, der das Ganze so ,dazat', wie es zu bestimmten Zeiten von mir erwartet wurde."

Nach neuen möglichen Mitstreitern und Mitstreiterinnen wird bereits gesucht bzw. gebe es schon Kandidaten, hieß es. Die neue Liste für die Nationalratswahl im Herbst könnte schon bei der Mitgliederversammlung im Burgenland abgesegnet werden.

Die Abgeordente Alma Zadic (r.) und Grünen-Chef Werner Kogler am Rande einer Nationalratssitzung am Mittwoch, 3. Juli 2019, in der Wiener Hofburg. Zadic bewirbt sich um einen Platz auf der Grünen-Bundesliste. SN/APA/ROBERT JAEGER
Die Abgeordente Alma Zadic (r.) und Grünen-Chef Werner Kogler am Rande einer Nationalratssitzung am Mittwoch, 3. Juli 2019, in der Wiener Hofburg. Zadic bewirbt sich um einen Platz auf der Grünen-Bundesliste.

Auf die Frage, ob die Chance auf einen Wiedereinzug größer sei als die Meisterschaft des Wiener Fußballklubs Rapid, meinte er: "Ich glaube an Rapid, halte aber momentan unsere Chancen für eine Spur besser."

Die Liste der Nicht-Sesselkleber

Pilz machte kein Hehl daraus, dass ihn vor allem der Wechsel von Alma Zadic zu den Grünen getroffen hat. "Es hat keine Vorwarnung gegeben. Vor einer Woche hat sie uns informiert, dass sie ins Privatleben zurückkehren will." Aber auch die Rücktritte von Zinggl, Rossmann & Co. dürften ihn getroffen haben, er stellte fest, "dass wir offensichtlich keine Liste der Sesselkleber sind" und dass er es sich manchmal schon wünschen würde, dass seine Listenkollegen mehr am Sessel kleben würden.

Klar ist für Peter Pilz, die nächste Regierung, die er als "Projekt Kurz" bezeichnet, brauche einen "Gegenpol". "Es wäre vermessen zu sagen, dass wir ein mächtiger Gegenpol sind. Aber es wird niemanden anderen geben, das ist ein starkes Motiv zu kandidieren."

Peter Pilz am Mittwoch, 03. Juli 2019, während einer Pressekonferenz zu aktuellen Entwicklungen der Liste JETZT. SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Peter Pilz am Mittwoch, 03. Juli 2019, während einer Pressekonferenz zu aktuellen Entwicklungen der Liste JETZT.


Quelle: SN

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