Innenpolitik

Maske statt Studentenparty: So sieht der Semesterstart an den Unis aus

Für 355.000 Studierende geht der Unialltag wieder los. In Coronazeiten mit Maskenpflicht auch im Inneren und einem dringenden Appell an die feierfreudigen Jungen.

 SN/picturedesk

Dieses Jahr ist alles anders. Auch der Start ins Wintersemester an den heimischen Universitäten. Das gilt nicht nur für Lehre und Lernen in Zeiten von Corona, sondern vor allem für die Freizeit: "Studentenheime sollen nicht zur Partyzone werden", sagte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) am Mittwoch vor dem Ministerrat. "Wir wissen, dass gerade in dieser Altersgruppe die Infektionszahlen ansteigen", und bei allem Verständnis "für die soziale Interaktion in diesem Alter" bitte er "für ein paar Monate um Zurückhaltung", sagte er. Faßmann sieht sich im Bund mit der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH): In einem gemeinsamen Brief appellieren Minister und ÖH an alle 355.000 Studentinnen und Studenten, die Hygienestandards einzuhalten und einen Mund-Nasen-Schutz zu verwenden.

Der muss übrigens stets dabei sein, wie es in dem jüngst erarbeiteten "Leitfaden für den gesicherten Hochschulbetrieb" zu entnehmen ist. Das heißt, dass die Maske auch im Inneren getragen werden muss - auch während Lehrveranstaltungen. Laut Faßmann sollte der Mundschutz nur abgenommen werden, wenn man sich zu Wort meldet. Die Hörsäle werden nur zur Hälfte ausgelastet, in großen Hörsälen, die mehr als 250 Personen fassen, gibt es gesonderte Sicherheitskonzepte für die Ein- und Ausgänge. Der Unterricht findet teils vor Ort, teils digital (hybrid) statt. Wie das genau geregelt wird, können die autonomen Hochschulen selbst entscheiden. Grundsätzlich gilt: Studienanfänger haben Vorrang bei Präsenzveranstaltungen, bei Laborübungen oder Praktika.

"Ich bin optimistisch, dass wir das kommende Semester unter den schwierigen Bedingungen gut meistern werden", sagt Sabine Seidler, Rektorin der Technischen Universität Wien im SN-Gespräch. Ihre Erwartung, auch als Präsidentin der Universitätenkonferenz: "Dass sich die Studierenden diszipliniert und verantwortungsvoll verhalten, dass sie die Chance, die sich ihnen durch den hybriden Unterricht bietet, nutzen." Mit verantwortungsvoll meine sie natürlich auch das Verhalten außerhalb des Universitätsbetriebes, Stichwort Partys. "Wir tun alles, um Cluster zu vermeiden. Aber es wird natürlich Krankheitsfälle geben", fügt sie hinzu. Der Worst Case wäre laut Seidler ein neuerlicher Lockdown. "Aber wir alle haben seit dem Frühling viel gelernt. Deswegen halte ich einen neuerlichen totalen Lockdown für wenig wahrscheinlich." Und: Die Universitäten hätten schon im Frühling gezeigt, dass sie digital gut gerüstet seien.

Was sie den Erstsemestrigen mitgibt? "Dass sie die Chance, an die Uni zu kommen, auch wirklich nutzen: Um ihre neuen Kommilitonen kennenzulernen, um Netzwerke zu knüpfen. Wir sind wirklich äußerst bemüht, dass alles gut funktioniert." - Die Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK) startet das neue Studienjahr übrigens mit Schnelltests: Am Freitag wird allen Erstsemestrigen ein kostenloser Coronatest angeboten. Anfang September hatte sich nach einer Vorstellung eines MUK-Lehrgangs ein Cluster mit 46 Infizierten entwickelt.

Aufgerufen am 20.10.2021 um 08:04 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/maske-statt-studentenparty-so-sieht-der-semesterstart-an-den-unis-aus-93584911

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