Innenpolitik

Maximal fünf der 18 EU-Abgeordneten bleiben nach Wahl

Die EU-Riege wird mit der Wahl am 26. Mai runderneuert: Zumindest 13 der jetzigen 18 Mandatare werden dem nächsten EU-Parlament nicht mehr angehören. Der Doyen wird der 61-jährige Othmar Karas (ÖVP) sein, der seit 1999 für die ÖVP im EU-Parlament sitzt. Von der ÖVP bleiben maximal zwei "alte" Abgeordnete, von der SPÖ nur eine, von der FPÖ zwei. Grüne und NEOS haben nur neue Bewerber im Rennen.

Karas wird der älteste Abgeordnete sein SN/APA/ROLAND SCHLAGER
Karas wird der älteste Abgeordnete sein

Mit der großen Rochade wird Österreichs EU-Riege deutlich verjüngt: Gibt es jetzt noch sieben über 60-Jährige - der älteste Josef Weidenholzer (SPÖ) ist 69 -, ist künftig sicher nur ein Über-60-Jähriger, eben Karas, dabei. Die ÖVP schickt mit Ex-ORF-Moderator Wolfram Pirchner noch einen demnächst 61-Jährigen ins Rennen. Dies aber einerseits auf dem Kampf-Listenplatz 7 - und andererseits vergibt die ÖVP die Mandate intern strikt nach Vorzugsstimmen.

Alles andere als sicher ist der Wiedereinzug des im Juni 69-jährigen Johannes Voggenhuber. Der Ex-Grüne tritt jetzt für JETZT/Initiative 1 Europa an - und laut den Umfragen stehen die Chancen auf ein Mandat nicht allzu gut. Schafft er es, hätte er auch schon reiche EU-Erfahrung: Denn Voggenhuber war von 1995 bis 2009 für die Grünen in Straßburg.

Für viele andere erfahrene EU-Mandatare bringt die heurige Wahl den Abschied: Paul Rübig (65) saß seit 1996 für die ÖVP im EU-Parlament, Heinz Becker (69) seit 2011. Auch die bald 56-jährige Claudia Schmidt muss sich verabschieden; sie war im vorigen Sommer wegen eines rassistischen Facebook-Postings in die Kritik geraten. Dafür hat der mit 39 derzeit jüngste EU-Abgeordnete Lukas Mandl (erst 2017 für Monika Köstinger nachgerückt) Chancen auf eine weitere Periode - wenn er genug Vorzugsstimmen holt.

Von der SPÖ bleibt mit Delegationsleiterin Evelyn Regner (53) eine der zwei Längstgedienten. Die ebenfalls 2009 erstmals gewählte Karin Kadenbach (60) steht ebenso nicht mehr auf der Liste wie Weidenholzer (69, seit 2011), Eugen Freund (67, seit 2014) und die derzeit jüngste SPÖ-Mandatarin Karoline Graswander-Hainz (45). Spitzenkandidat Andreas Schieder feiert im April seinen 50er. Mit SJ-Chefin Julia Herr hat eine noch nicht 30-Jährige - sie ist 26 - Chancen auf ein EU-Mandat. Allerdings nicht allzu große: Sie steht auf Listenplatz 6, in den meisten Umfragen liegt die SPÖ bei fünf Mandaten. Und nach der gesetzlichen Regelung müsste Herr fünf Prozent der Parteistimmen als Vorzugsstimmen holen, um vorgereiht zu werden.

Aus der jetzt vierköpfigen FPÖ-Riege muss sich der mit 66 an Jahren und mit zehn Jahren Dienstälteste - Franz Obermayr (66) - verabschieden. Auch die wirtschaftsliberale Barbara Keppel ist nicht mehr dabei. Aber zwei der vier blauen EU-Abgeordneten bleiben: Delegationsleiter und Spitzenkandidat Harald Vilimsky (52, seit 2014) und Georg Mayer (45, seit 2014). Mit der 31-jährigen Nationalratsabgeordneten Petra Steger wird die FPÖ künftig eine der jüngsten EU-Abgeordneten stellen. Ihr ist das Mandat mit Listenplatz 3 sicher; die FPÖ kann laut den Umfragen mit einem zusätzlichen Mandat, also fünf, rechnen.

Die mit Sicherheit jüngste - und einzige weibliche - Spitzenkandidatin und wohl auch (schafft Julia Herr es nicht) künftig jüngste österreichische EU-Abgeordnete haben die NEOS mit der 30-jährigen Claudia Gamon. Für die NEOS könnte noch ein zweites Mandat drinnen sein. Angelika Mlinar (48), mit der die NEOS 2014 das EU-Parlament eroberten, verzichtete wegen mangelnder Unterstützung in der Partei auf eine neuerliche Kandidatur.

Die Grünen werden sich nach jetzigem Umfragenstand mit einem Mandat begnügen müssen. Ihr Spitzenkandidat ist Werner Kogler (57), auf Listenplatz 2 steht die bekannte Köchin Sarah Wiener (56). Ihre bisherigen drei Abgeordneten - Michel Reimon, Monika Vana und Thomas Waitz (seit 2017) - werden nach einer Periode den Abschied nehmen.

Quelle: APA

Aufgerufen am 14.10.2019 um 10:31 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/maximal-fuenf-der-18-eu-abgeordneten-bleiben-nach-wahl-67334248

Kommentare

Schlagzeilen