Innenpolitik

Mikl-Leitner folgt Pröll nach und wird erste Landeshauptfrau in NÖ

Nach der Bekanntgabe seines Rückzugs hat Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll seine Nachfolge geregelt: Wie von ihm geplant soll Johanna Mikl-Leitner sein Amt übernehmen.

Die Nachfolge von Erwin Pröll an der Spitze der ÖVP NÖ ist geklärt. Der Landesparteivorstand hat sich am Mittwoch einstimmig für LHStv. Johanna Mikl-Leitner entschieden. Ihre Wahl wird bei einem Parteitag am 25. März stattfinden. In der Folge wird Mikl-Leitner im Landtag auch zur ersten NÖ Landeshauptfrau gewählt. Dazu könnte es in der ersten Aprilhälfte eine Sondersitzung geben.

Wer Erwin Pröll nachfolge, "muss in große Fußstapfen treten", sagte Mikl-Leitner nach der Vorstandssitzung der Volkspartei NÖ in St. Pölten. Sie erinnerte auch daran, dass sie das politische Handwerk vom Langzeit-Landeshauptmann gelernt habe.

Er kenne Mikl-Leitner seit mehr als 25 Jahren, sagte Pröll. Sie sei eine erfahrene Politikerin, die ihre Qualitäten als Managerin in der Landespartei, im Nationalrat, als Mitglied der Landesregierung und als Innenministerin in einer Zeit, in der unglaubliche Herausforderungen auf Österreich zugekommen seien - Stichwort: Flüchtlinge - bewiesen habe.

Pröll über Entscheidung "sehr froh"

Pröll sprach von "klaren Entscheidungen auf dem Weg in die Zukunft der ÖVP NÖ", nach der Ankündigung seines Rücktritts gehe es "Schlag auf Schlag". Er sei über die Entscheidung des Landesparteivorstandes "sehr froh", betonte der scheidende Landeshauptmann. Seine Nachfolgerin werde nicht nur die ÖVP Niederösterreich, sondern auch das Bundesland gut führen. Als Landeshauptmann habe man eine Generalkompetenz, das sei mit ordentlicher Führungsqualität "eine unglaubliche Chance", so Pröll.

Johanna Mikl-Leitner wird Erwin Prölls Nachfolgerin. SN/APA/HELMUT FOHRINGER
Johanna Mikl-Leitner wird Erwin Prölls Nachfolgerin.

Sie habe viel internationale und nationale Erfahrung gesammelt und ein Netzwerk aufgebaut, "das ich für Niederösterreich nutzen werde", sagte Mikl-Leitner. Sie kündigte an, sich bis zum Landesparteitag u.a. in Gesprächen auf ihre neue Tätigkeit vorzubereiten. Pröll zollte sie Respekt für seine Leistungen und sein Lebenswerk. Angesprochen auf die Landtagswahl 2018 meinte Mikl-Leitner: "Wer die ÖVP Niederösterreich kennt, der weiß, dass es einen kurzen, intensiven Wahlkampf gibt." Mikl-Leitner wird die erste Frau an der Spitze des Landes NÖ.

Mitterlehner: Mikl-Leitner steht für Politik "mit Herz und Verstand"

ÖVP-Obmann Reinhold Mitterlehner erwartet sich, dass die neue Landesparteichefin Johanna Mikl-Leitner die ÖVP-Niederösterreich in eine "erfolgreiche Zukunft" führen wird. Die künftige Landeshauptfrau stehe für eine Politik "mit Herz und Verstand", erklärte er am Mittwoch in einer Aussendung. Auch der Klubchef im Parlament, Reinhold Lopatka, hält Mikl-Leitner für die "bestgeeignete Nachfolgerin" Prölls. Sie werde die niederösterreichische Erfolgsgeschichte weiterführen, zeigte sich Lopatka in einer Aussendung überzeugt.

Unterstützung kam auch vom Wiener Landesparteiobmann Gernot Blümel. Die frühere Innenministerin habe bewiesen, dass sie gerade in schwierigen Situationen mit Bedacht und Sachverstand wichtige Richtungsentscheidungen treffen könne.

Die Bestellung von Johanna Mikl-Leitner ist für Innenminister Wolfgang Sobotka ein "guter Beschluss". Damit werde der Kurs der Volkspartei NÖ fortgesetzt, sagte der frühere Landesvize nach der Vorstandssitzung am Mittwoch zur APA. Sobotka bezeichnete es als "niederösterreichische Marke, nicht rum zu tun". Schon am Tag nach der Bekanntgabe des Rückzugs von Erwin Pröll "steht fest, wohin die Reise geht".

Reaktionen der anderen Parteien

"Wir werden die neue ÖVP NÖ Parteiobfrau und in Folge auch Landeshauptfrau daran messen, wie die Qualität einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe funktioniert und warten mit Spannung auf die erste Kontaktaufnahme durch Johanna Mikl-Leitner", reagierte SPÖ-Landesvorsitzender Matthias Stadler. LHStv. Karin Renner (SPÖ) verwies auf eine stets "sehr korrekte Gesprächsbasis" mit Mikl-Leitner.

Die künftige Landeshauptfrau sei ihm "als offene, moderne und pflichtbewusste Niederösterreicherin bekannt", freute sich Liste Frank-Klubobmann Ernest Gabmann in einer Aussendung auf eine "gute Zusammenarbeit". "Wir erwarten uns, dass mit dem Wechsel an der Spitze der Landesführung allgemeine Transparenz und insbesondere Aufklärung rund um die 'Dr. Erwin Pröll-Privatstiftung' einhergehen werden", reagierte NEOS-Landessprecherin Indra Collini.

Quelle: APA

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