Innenpolitik

NEOS-Chefin Meinl-Reisinger fordert Stufenplan für Bildung

Parteichefin Beate Meinl-Reisinger hat erneut auf die NEOS-Forderungen im Bildungsbereich hingewiesen. Einerseits brauche es eine Fördergarantie für Schüler, die jetzt nicht erreicht werden, sagte die pinke Klubobfrau am Dienstag, andererseits einen Stufenplan bis zu einer Rückkehr in den schulischen Normalbetrieb. "Der Weg aus der Krise geht nur mit Perspektive und Plan", so Meinl-Reisinger.

Für Meinl-Reisinger braucht es "Perspektive und Plan" SN/APA/HANS PUNZ
Für Meinl-Reisinger braucht es "Perspektive und Plan"

"Nutzen wir diese Zeit jetzt vor Ostern. Bietet den Menschen eine Perspektive in Hinblick auf einen Stufenplan für Schülerinnen und Schüler, Maturantinnen und Maturanten, und für die Eltern", appellierte Meinl-Reisinger in einer Pressekonferenz an die Regierung. In puncto Matura ist die Parteichefin nicht für eine Absage. Man könne auch unter diesen Bedingungen die Reifeprüfung ablegen, sagte sie. Ob das allerdings unbedingt eine Zentralmatura sein muss, "sehe ich etwas kritischer".

Für die noch jüngeren Schüler und deren Eltern brauche es ebenfalls rasch Klarheit. Durch das langsame Hochfahren der Wirtschaft ab nächster Woche werde es sehr viele Eltern geben, die wieder ins Geschäftsleben einsteigen und an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. "Ich glaube nicht, dass wir die Wirtschaft hochfahren können einerseits und andererseits die Schulen geschlossen halten werden können", betonte Meinl-Reisinger. Zudem bräuchten die Kinder den Ausblick, zumindest einige ihrer Spielkameraden wieder treffen zu können.

Wie die stufenweise Öffnung der Schulen nach Vorstellung der NEOS genau aussehen soll, blieb unklar. Der Ansatz wäre, in den Schulen, die ohnehin geöffnet sind für die Betreuung von Kindern, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten, "nicht nur eine Betreuung zu bieten, sondern auch eine entsprechende Unterstützung mit entsprechenden Fördermaßnahmen". Dabei müsste man aber freilich darauf achten, dass Kinder aus Familien, in denen ein Elternteil zu den Risikogruppen zählt, länger zu Hause bleiben.

Home-Schooling sei "wirklich herausfordernd", sagte die dreifache Mutter Meinl-Reisinger. "Ich rede aus Erfahrung." Es gebe eine Vielzahl an Plattformen und Kommunikationskanälen, die genutzt werden. Da sei es allein schon schwierig, "das strukturiert zu haben, welche Arbeitsaufträge da sind, welche Geräte es braucht". Noch schwieriger sei das aber in Familien, die nicht mehrere Notebooks, einen Drucker und andere Geräte zur Verfügung haben. Daher brauche es die "Fördergarantie", die sicherstellen soll, dass auch jetzt kein Kind zurückgelassen wird.

"Die Krise darf nicht dazu führen, dass wir 100 Jahre zurück katapultiert werden in eine Zeit, in der die, die sich Home-Schooling auch leisten können, ihre Kinder unterstützen und fördern und die anderen aufgegeben werden. Die Schulen müssen jetzt die Erfahrungen aufnehmen und eine Verbesserung in die Wege leiten", forderte Meinl-Reisinger.

Quelle: APA

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