Innenpolitik

Neue Richtlinien der Bischofskonferenz gegen Missbrauch

Die Bischofskonferenz hat ihre Richtlinien gegen Missbrauch und Gewalt überarbeitet. Künftig müssen alle kirchlichen Mitarbeiter eine "Verpflichtungserklärung" auf diese Rahmenordnung unterschreiben - um deutlich zu machen, dass alle in der Kirche Mitverantwortung tragen und dort hinschauen, wo man früher zu oft weggeschaut habe, betonte der St. Pöltner Bischof Klaus Küng.

Die jetzt durch die vatikanische Glaubenskongregation offiziell approbierte Rahmenordnung entspreche inhaltlich den seit 2010 geltenden Richtlinien. Diese wurden an die "bereits bewährten Abläufe angepasst" - und ein stärkerer Fokus auf die Prävention gerichtet, erläuterte Küng am Dienstag in der Kathpress. Diese sei das "größte Anliegen", Prävention müsse in allen Bereichen zu einem unbedingt notwendigen Bestandteil der seelsorglichen Arbeit werden. Eine wichtige Aufgabe spielten dabei die "Stabsstellen für Prävention gegen Missbrauch und Gewalt", die in den Diözesen zu errichten sind, und die neue "Verpflichtungserklärung".

In der neuen Rahmenordnung wurde die seit 2013 geübte Praxis festgeschrieben, dass die in allen Diözesen eingerichteten Ombudsstellen Erstanlaufstelle für Missbrauchsopfer sind - nach dem Bekanntwerden von Missbrauchsfällen im Frühjahr 2010 hatte sich ein Großteil der Betroffenen direkt an die "Unabhängige Opferschutzanwaltschaft" unter der Leitung Waltraud Klasnics gewandt. Liegen ernsthafte Verdachtsfälle vor, gehen die Diözesankommissionen diesen nach und beraten die Bischöfe bei der Entscheidung. Über finanzielle Hilfe und Therapiekosten entscheidet wie bisher die Klasnic-Kommission, ausgezahlt werden die Mittel über die kirchliche "Stiftung Opferschutz".

Beim Beschluss der Rahmenordnung in der letzten Frühjahrsvollversammlung hatte Klasnic Zwischenbilanz gezogen. Demnach hat sich die Opferschutzkommission seit 2010 mit insgesamt 1.550 Fällen befasst. 1455 wurden zu Gunsten der Opfer entschieden, den Betroffenen wurden Finanzhilfen in Höhe von 17,6 Mio. Euro und 4,4 Mio. für Therapien zuerkannt.

Quelle: APA

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