Innenpolitik

NÖ-Wahl: Stronach teilt gegen Pröll aus

Mit bekannten Forderungen und Rundumschlägen hat sich das Team Stronach am Donnerstagabend in Tulln offiziell in den Wahlkampf vor der niederösterreichischen Landtagswahl am 3. März eingeschaltet.

Nach recht verhaltener Stimmung zu Beginn heizte Spitzenkandidat und Parteigründer Frank Stronach den rund 1.500 Gästen am Messegelände mit harten Worten an Landeshauptmann Erwin Pröll (V) und die Bundesregierung ein, bis die Veranstaltung beinahe in Bierzelt-Atmosphäre mit Schlagermusik endete.

Nach Grüßen an alle Frauen zum Valentinstag schoss sich Stronach zuallererst auf Pröll ein. Dieser habe im Gegensatz zu ihm "noch nie einen einzigen Euro aus seiner Tasche rausgegeben für das Wohlbefinden der Niederösterreicher". Er selbst habe dagegen "ungefähr 500 Millionen" in Niederösterreich investiert und 2.000 Leute hier beschäftigt. Er trete nun an, um Pröll so darzustellen, "wie er wirklich ist": "Er ist der größte Schmähtandler, der größte Schuldenmacher und der größte Verhinderer...und er sagt nicht die Wahrheit." Und: "Ich glaub, der Erwin Pröll mag Niederösterreich gar nicht. Er hat sein Geld im Ausland investiert", rief Stronach in die johlende Menge, bevor er den Landeshauptmann zum wiederholten Mal zu einer direkten Konfrontation einlud: "Erwin Pröll, sei ein Mann, kein Feigling"."Bundesregierung macht nur Schulden"Auch an die Adresse der Bundesregierung gab es die bereits bekannte Kritik, dass diese nur Schulden mache und von der Wirtschaftskammer und den Banken gestellt werde. Österreich habe außerdem zu viele Politiker - "182, 120 würde genügen", forderte er eine Verkleinerung des Parlaments (dem 183 Abgeordnete angehören, Anm.). "Wir müssen Verwaltung reduzieren und die Wirtschaft ankurbeln", hielt er einmal mehr fest, auch der ORF und die ÖBB ("ein Abstellgleis für SPÖ-Funktionäre") bekamen ihr Fett ab. Er habe ja im Herbst angeboten, die ÖBB zu kaufen und "bis heute keine Antwort (von Verkehrsministerin Doris Bures, Anm.) bekommen", bedauerte er.Werben für sein "junges Team"Zum Ende seiner Rede warb Stronach eifrig für sich und sein "junges Team". "Wir brauchen wieder einen Spirit, wir brauchen wieder einen Geist", richtete er an seine Zuhörer. "Ich glaube, ich kann das erreichen." Er hoffe jedenfalls, "ich habe euch ein bisschen inspiriert" und "ich war nicht zu grob zu Herrn Pröll".

Vor Stronachs Rede hatte Ex-Miss-World Ulla Weigersdorfer, die die Veranstaltung moderierte, sämtliche Kandidaten auf Bezirks- und Landesebene vorgestellt. Das Team Stronach wolle zeigen, "wie man das Land wieder auf Vordermann bringt", kündigte Landelisten-Zweiter Ernest Gabmann junior, Sohn des gleichnamigen Ex-VP-Landesvizes, an. Abgeordnete Elisabeth Kaufmann-Bruckberger, Nummer drei auf der Liste, wetterte vor allem gegen den Bauernbund und die EU.

Quelle: APA

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