Innenpolitik

Österreichs Abgeordnete bekommen wissenschaftliche Beratung

Abgeordnete erhalten ab Herbst erstmals laufend Unterstützung in forschungs-, technologie- und innovationspolitischen Fragen. Im Rahmen des Projekts "Foresight und Technikfolgenabschätzung" werden die Politiker von Technikfolgen-Experten beraten. "Politik und Wissenschaft rücken näher zusammen", so Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) am Donnerstag in Wien.

Das Institut für Technikfolgenabschätzung (ITA) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und das Austrian Institute of Technology (AIT) haben aus einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag zur Durchführung des Projekts erhalten. Zweimal jährlich werden die beiden Institute fundierte Überblicke und Basisinformationen über wissenschaftliche Zukunftsfelder und Trends liefern und die Abgeordneten in Forschungs-, Wissenschafts- und Innovationstechnologie beraten. Basierend darauf können die Abgeordneten dann vertiefende Studien durchführen lassen. So sollen die Politiker rechtzeitig auf Auswirkungen und Risiken neuer Technologien reagieren, und informiert Entscheidungen für die Zukunft treffen. "Es wird für die Abgeordneten eine wissenschaftliche Unterstützung sein, die sie in die Hand bekommen", betonte Bures.

In Europa existieren seit Jahren ähnliche Projekte, nun schließe Österreich endlich zum Spitzenfeld auf und rücke näher an den Puls der Zeit, waren sich Bures, Parlamentsdirektor Harald Dossi und ITA-Direktor Michael Nentwich einig. "Das ist in Zeiten wie diesen ein Gebot der Stunde", so Bures. Viele der neuentwickelten Technologien können massiven Einfluss auf unser Leben nehmen, der Gesetzgeber müsse diese Entwicklungen rechtzeitig erkennen. In einer Zeit, in der die Innovationszyklen kürzer werden und gleichzeitig die Komplexität der Themen steige, benötigen Politiker entsprechende Beratung, erklärte Ruperta Lichtenecker von den Grünen. Das sei ein "wichtiger Baustein für verantwortungsvolle Politik."

Die wissenschaftlichen Expertisen und Erkenntnisse des Projekts stehen allen Abgeordneten zur Verfügung, besonders jedoch dem Ausschuss für Forschung, Innovation und Technologie (FIT), dem Lichtenecker als Obfrau vorsteht. Alle Studien sollen auch der Öffentlichkeit jederzeit zugänglich sein.

Quelle: APA

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