Innenpolitik

Österreichweit viel geringeres Interesse an Wahlkarten

Bei der jetzigen Advents-Wahl ist das Interesse an Wahlkarten deutlich geringer als beim ersten Stichwahl-Termin im Mai: Österreichweit wurden mit jetzt 708.185 um 20,02 Prozent weniger Wahlkarten ausgestellt als für den aufgehobenen zweiten Wahlgang im Mai (885.437). Gestiegen ist allerdings die Zahl der ins Ausland gesendeten Wahlkarten, von 38.931 auf jetzt 54.812.

Österreichweit viel geringeres Interesse an Wahlkarten SN/APA/BARBARA GINDL

Denn viele Auslandsösterreicher haben die zweite Chance genützt und sich bei der außertourlichen Aktualisierung der Wählerverzeichnisse für die Wiederholung in die Evidenz eintragen lassen. Dies hat, neben den rund 45.600 neuen Jungwählern, auch zur Steigerung der Wahlberechtigten insgesamt - von 6.382.507 auf jetzt 6.399.572 beigetragen.

Verglichen mit dem ersten Wahlgang im April zeigt sich dennoch, dass - trotz der im VfGH-Verfahren evident gewordenen Unregelmäßigkeiten bei Auszählungen etwa - das Interesse an der Briefwahl tendenziell weiter steigt: Denn gegenüber April wurden jetzt um 10,31 Prozent mehr Wahlkarten beantragt. Dass die Zahl der Wahlkartenwähler jetzt geringer sein würde als im Mai, hatten auch viele Meinungsforscher erwartet - schon allein, weil das Frühlingswetter im Mai sicherlich mehr Österreicher für Ausflüge genützt haben als das jetzige nass-kalte zweite Adventswochenende.

Wahlberechtigte, die noch eine Wahlkarte zu Hause liegen haben, können sie noch bis Samstag 9.00 Uhr in den Postkasten werfen - dann wird sie mit dem Post-Sonderservice zur Wahlbehörde gebracht. Wer dies nicht schafft, kann selbst am Sonntag österreichweit in jedem Wahllokal mit Wahlkarte wählen, sie am Samstag oder Sonntag bei den Bezirkswahlbehörden abgeben - oder auch von einem Boten ins Wahllokal oder zur Wahlbehörde bringen lassen.

In fast allen Bundesländern wurden für die Stichwahl-Wiederholung am Sonntag rund ein Fünftel weniger Wahlkarten ausgestellt als für die erste Stichwahl im Mai. Nur in Kärnten (5,81 Prozent) und Vorarlberg (11,93 Prozent) war der Rückgang deutlich geringer. Den vergleichsweise stärksten Rückgang verzeichneten Niederösterreich (minus 23,71 Prozent), Salzburg (22,64) und Wien (22,48).

Dennoch waren, wie bei früheren Wahlen, die Wiener wieder am stärksten an der Briefwahl interessiert: 172.292 Wahlkarten wurden ausgestellt (13.065 davon ins Ausland). 123.454 meldete Oberösterreich, 115.688 Niederösterreich. In den kleinen Ländern Burgenland und Vorarlberg wurden hingegen nur 18.806 bzw. 30.668 Wahlkarten versendet.

Quelle: APA

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