Innenpolitik

ÖVP Oberösterreich will mehr als nur Pflegegeld-Erhöhung

Der Sozialsprecher und Landesgeschäftsführer der ÖVP Oberösterreich, Wolfgang Hattmannsdorfer, will im Zusammenhang mit dem Pflegegeld mehr als die von Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) angekündigte Erhöhung ab Stufe 3. Er forderte vor allem einen Paradigmenwechsel: "Es braucht einen Bonus im Pflegegeld für jene, die zuhause gepflegt werden."

Hattmannsdorfer fordert Förderung der Heimpflege SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Hattmannsdorfer fordert Förderung der Heimpflege

Damit würde ein wichtiger Anreiz für die Pflege daheim geschaffen und die Menschen könnten länger in den eigenen vier Wänden leben, argumentierte Hattmannsdorfer. Außerdem müsse die Demenz bei der Pflegegeld-Einstufung "endlich realistisch bewertet werden", verlangte er. Derzeit berücksichtige das Pflegegeld bei der Feststellung des Pflegebedarfes eine erschwerte Situation durch Demenz mit einem Zuschlag in Höhe von 25 Stunden pro Monat. "Das ist insbesondere bei stärkerer Demenz bei weitem nicht ausreichend", kritisierte Hattmannsdorfer.

Zuvor hatte der Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich Johann Kalliauer zwar die geplante Erhöhung ab Stufe 3 begrüßt, jedoch eine Erhöhung des Pflegegeldes auch für die ersten beiden Stufen 1 und 2 gefordert. Zuletzt habe sich rund die Hälfte der 458.783 Pflegegeldbezieher in diesen Stufen befunden. Sie hätten keinen Zugang zur stationären Altenbetreuung sowie zur Förderung für die 24-Stunden-Betreuung. Daher seien diese Personen, wenn sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen müssen, auf mobile Dienste angewiesen und damit benachteiligt, argumentierte er. Darüber hinaus verlangte er eine deutliche Aufstockung des Pflegefonds für den Ausbau der Pflege.

Auch der SPÖ-Pensionistenverband forderte eine Erhöhung in allen Stufen. Generalsekretär Andreas Wohlmuth verwies darauf, dass sich in den Stufen 1 und 2 die Hälfte aller Pflegegeldbezieher befinden und das seien gerade jene Menschen, die zu Hause betreut und gepflegt werden. Außerdem verlangt der Pensionistenverband eine stärkere Anhebung als die kolportieren 1 Prozent und eine jährlich indexierte Pflegegeld-Erhöhung. Bei der 24-Stunden-Betreuung fordern die SPÖ-Pensionisten Pensionistenverband ebenfalls eine Erhöhung des zuletzt 2008 angehobenen Förderungsbetrages für Betreuungskräfte.

Quelle: APA

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