Innenpolitik

Politikberater Hofer: "Strache ist nicht mehr haltbar"

Der Politikberater Thomas Hofer analysiert für die SN die Anschuldigungen gegen Vizekanzler Heinz-Christian Strache. Was das Video für Strache, die FPÖ und auch Kanzler Kurz bedeutet.

Politik-Experte Thomas Hofer. SN/apa
Politik-Experte Thomas Hofer.


Was bedeutet das Video, das "Spiegel" und "Süddeutsche Zeitung" veröffentlicht haben für den Vizekanzler?
Thomas Hofer: Er ist eigentlich nicht mehr haltbar als Vizechef der Regierung. Es wäre absurd von Seiten der Freiheitlichen und von der ÖVP, wenn sie versuchen diese Aussagen irgendwie herunterzuspielen. Auch wenn sie sich auf "Alkohol und Übersetzungsprobleme" ausreden, lässt sich das nicht wieder richten.

Was bedeutet das für die ÖVP?
Thomas Hofer: Die Gefahr ist natürlich groß, dass der drohende Imageschaden auch auf Kurz übergreift. Und diese Sache durchzutauchen ist fast unmöglich, weil das natürlich auch eine internationale Dimension hat. Und das eine Woche vor der EU-Wahl. Ich kann kein Szenario sehen, in dem man sagt: Schauen wir einmal wie es weitergeht.

Ist die Koalition damit überhaupt noch zu retten?
Thomas Hofer: Eine Möglichkeit wäre, dass es an der FPÖ- und an der Regierungsspitze einen Wechsel zu Norbert Hofer gibt. Trotzdem ist der Imageschaden immens. Die logische Variante wären Neuwahlen.

Wem würden diese Neuwahlen nützen?
Thomas Hofer: Die ÖVP denkt sich in einem Szenario, wie damals nach Knittelfeld. (Anmerkung der Redaktion: Am Tag nach der stürmischen FPÖ-Delegiertenversammlung traten 2002 Vizekanzlerin Riess-Passer, Finanzminister Karl-Heinz Grasser und Klubobmann Peter Westenthaler zurück. Die ÖVP ging prompt in Neuwahlen. Dabei verlor die FPÖ fast zwei Drittel ihrer Wähler von 1999 und fiel von 26,9 Prozent auf 10,0 Prozent der Wählerstimmmen.)

Quelle: SN

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