Innenpolitik

Promi-Quereinsteiger: Welche Stars es in die Politik zieht

Egal ob Pornostar, Kabarettisten oder Westerndarsteller. Der Kabarettist, Schauspieler und Moderator Roland Düringer ist nicht der erste Filmschaffende, der in der Politik aktiv wird. Manche sind damit äußerst erfolgreich.

Die Politik reizt auch Menschen aus Film und Fernsehen. Diesmal versucht Roland Düringer mit seiner neuen Partei sein Glück. Medienstars sind durch ihren Bekanntheitsgrad oftmals in der Politik erfolgreich. Die Inhalte sind manchmal zweitrangig.

Arnold Schwarzenegger: aus dem Fintesscenter in das Gouverneursamt

Der gebürtige Steirer startete nach dem Höhepunkt seiner Schauspieler- und Bodybuilder-Karriere äußerst erfolgreich in der US-amerikanischen Politik durch. Bereits 1990 wurde Schwarzenegger als Mitglieder der republikanischen Partei vom damaligen US-Präsidenten George Bush zum Vorsitzenden des nationalen Rates für Fitness und Sport ernannt. 2003 gab Schwarzenegger seine Kandidatur für die Wahl des Gouverneurs in Kalifornien bekannt. Politische Beobachter und Konkurrenten in der eigenen Partei warfen ihm vor, die Wahl als "Marketinggag" zu missbrauchen.

Schwarzenegger gewann die Wahl mit über 48 Prozent und wurde 38. Gouverneur von Kalifornien. In seiner Amtszeit fiel er vor allem durch seine positive Haltung zur Todesstrafe und durch seine fortschrittliche Umweltpolitik auf. 2006 wurde er mit 55,9 Prozent für seine zweite und letzte Amtszeit wiedergewählt.

Beppe Grillo: mit Humor gegen die Korruption

Die politische Karriere des italienischen Komikers Beppe Grillo begann mit der Protestinitiative "V-Day" (Vaffanculo-Day - zu deutsch "Haut-ab-ihr-Ärsche-Tag"). Die Bewegung richtete sich gegen korrupte Politiker und die Mafia.

Mit seiner so genannten Fünf-Sterne-Bewegung erzielte Grillo 2012 erste kommunale Wahlerfolge - unter anderem bei der Bürgermeisterwahl in Parma. Bei den Parlamentswahlen in Italien im Februar 2013 schaffte es der polarisierende Neo-Politiker auf 25,55 Prozent der abgegebenen Wählerstimmen für die Abgeordnetenkammer und 23,79 Prozent für den Senat. Grillo fällt immer wieder durch umstrittene Äußerungen über andere Politiker, Nachbarländer oder Flüchtlinge auf. Politische Beobachter werfen Grillo vor, sich genauso populistisch zu verhalten wie die von Grillo kritisierten Politiker. Grillos Fünf-Sterne-Bewegung stellt seit heuer die Bürgermeisterin von Rom.

Melina Mercouri: Grande Dame des griechischen Films als Europapolitikerin

Die 1920 geborene griechische Schauspielerin wurde nach einer erfolgreichen internationalen Karriere 1981 vom damaligen Ministerpräsidenten Andreas Papandreou als Kulturministerin in sein Kabinett geholt.

Dieses Amt bekleidete sie von 1981 bis 1989 und dann wieder von 1993 bis 1994. Auf Mercouris Initiative geht die Einrichtung der jährlichen Kulturhauptstadt Europas zurück. 1990 kandidierte sie noch für das Amt der Athener Bürgermeisterin, verlor jedoch sehr knapp die Wahl. Am 6. März 1994 starb Melina Mercouri in New York.

Jon Gnarr: mit Spaßforderungen ins Bürgermeisteramt

Erfolgreich wechselte der isländische Komiker Jon Gnarr in die Politik. Der Satiriker, Radiomaoderator und Musiker engagierte sich ab dem Jahr 2009 in der Politik. Island stöhnte damals unter der Finanzkrise und Gnarr sah seine Chance.

Bei der Kommunalwahl in Reykjavík 2010 gewann seine Partei "Die beste Partei" mit 34,7 Prozent. Die partei warb unter anderem mit "offener statt heimlicher Korruption" und "kostenlose Handtücher für alle Schwimmbäder". Der Wahlsieg brachte Jon Gnarr das Bürgermeisteramt ein. Seine Amtszeit endete am 17. Juni 2014.

Ronald Reagan: vom Filmset ins Weiße Haus

Der wohl erfolgreichste Quereinsteiger in die Politik war bislang der ehemalige Schauspieler und spätere US-Präsident Ronald Reagan. Nachdem er als Schauspieler und Radiomoderator Karriere gemacht hatte, kandidierte Reagan 1966 für das Amt des Gouverneurs von Kalifornien.

Er gewann die Wahl mit einem Stimmenanteil von 57 Prozent. Nach einigen Anläufen schaffte es Reagan als Präsidentschaftskandidat der Republikaner aufgestellt zu werden. 1980 gewann er mit 51 Prozent gegen den amtierenden Präsidenten der Demokraten, Jimmy Carter. Er bleib bis 1989 im Amt.

Ilona Staller "Cicciolina": ein Pornostar provoziert im Parlament

Die gebürtige Ungarin Ilona Staller wurde als Pornostar unter dem Namen Cicciolina in Italien berühmt. Sie sorgte für zahlreiche Skandale, unter anderem weil sie ihre Brüste in einer Abendshow entblößte. Der Pornostar wurde in den 1970ern zur Spitzenkandidatin der ersten grünen Partei Italiens gewählt. Staller zog 1987 in das italienische Parlament ein. Zwei Jahre danach drehte sie ihren letzten Pornofilm. Im italienischen Parlament saß sie bis 1992. Staller ist weiterhin politisch aktiv.

Sie tritt für eine sichere Zukunft ohne Nuklearenergie und für absolute sexuelle Freiheit einschließlich des Rechts auf Sex für Insassen von Gefängnissen und der Legalisierung von Bordellen ein.

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