Innenpolitik

Protestanten in Österreich feiern 500 Jahre Reformation

Ein Jahr lang feiern die Protestanten in Österreich 500 Jahre Reformation. Die drei evangelischen Kirchen in Österreich - Lutheraner, Reformierte und Methodisten - begehen das Jubiläum dabei gemeinsam. Viele Programmpunkte haben auch einen ökumenischen Charakter. Den offiziellen Auftakt macht der traditionelle Reformationsempfang am 3. November im Wiener Odeon-Theater.

Protestanten in Österreich feiern 500 Jahre Reformation SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Bischof Michael Bünker gibt Pressekonferenz mit Kardinal Schönborn.

Im Rahmen des Reformationsempfangs soll unter anderem die neue revidierte Übersetzung der Lutherbibel präsentiert werden. Am 8. und 9. November treffen die Spitzenvertreter der evangelischen Kirchen erstmals mit der Katholischen Bischofskonferenz zu einer Klausur zusammen. Die Tagung in Eisenstadt steht unter dem Generalthema "500 Jahre Reformation - Vom Gegeneinander zum Miteinander". Abschließend ist eine gemeinsame Pressekonferenz von Kardinal Christoph Schönborn und dem evangelisch-lutherischen Bischof Michael Bünker geplant.

Zwei europaweite Projekte zum Reformationsjubiläum werden auch in Österreich Station machen. Zum einen der "Europäische Stationenweg". Das Großprojekt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) knüpft ein Band zwischen 68 europäischen Städten in 19 Ländern Europas. Ein 28-Tonnen-Truck fährt für die Dauer eines halben Jahres von Ort zu Ort und verwandelt sich dort in ein "Geschichtenmobil". In Österreich macht der Truck in Villach (15. November), Graz (17. November) und Wien (19. November) Halt. Letztes Ziel ist Wittenberg zur Eröffnung der Weltausstellung Reformation.

Das zweite europäische Großprojekt ist "European Cities of the Reformation". 61 Städte in 13 europäischen Ländern wollen dabei unter einem gemeinsamen Dach das Reformationsgedenken in die Öffentlichkeit tragen. Dahinter steht die "Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa" (GEKE). Nach dem Beispiel der europäischen Kulturhauptstädte bieten die evangelischen Kirchen in den jeweiligen Städten ein vielfältiges Programm. In Österreich beteiligen sich Graz, Klagenfurt, Steyr, Waidhofen/Ybbs, St. Pölten, Villach und Wien an der Aktion.

Der evangelische Fernsehgottesdienst am 1. Advent 2016 in Linz-Dornach steht heuer zum einen schon ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums, zum anderen hat er aber auch ökumenische Vorzeichen. Dem Wortgottesdienst werden der lutherische Bischof Michael Bünker, der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld, der methodistische Superintendent Stefan Schröckenfuchs und der katholische Linzer Bischof Manfred Scheuer vorstehen. Ausgestrahlt wird der Gottesdienst von ORF und ZDF.

Unter dem Motto "Die Reformation tanzt" laden die Evangelischen Kirchen am 10. Februar zum Europäischen Reformationsball in die Redoutensäle der Wiener Hofburg. Zu dem Ball werden auch zahlreiche Repräsentanten evangelischer Kirchen aus ganz Europa erwartet. Vom 16. Februar bis Anfang Mai 2017 ist im Wien Museum die Ausstellung "Brennen für den Glauben. Wien nach Luther" zu sehen.

Ein Höhepunkt im Jubiläumsjahr ist ein großes Fest auf dem Wiener Rathausplatz am 30. September 2017. Abgeschlossen werden die Feierlichkeiten mit dem Reformationsempfang am 24. Oktober 2017 im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins. Den musikalischen Rahmen bilden dabei u.a. Felix Mendelssohn-Bartholdys Reformations-Symphonie Nr. 5 in d-Moll op. 107 sowie eine Auftragskomposition von Christian Kolonovits für Symphonieorchester, Chor, Rockband und Orgel.

Im Internet kann man sich über das Programm zum Reformationsjubiläum unter http://evangelisch-sein.at informieren.

Quelle: APA

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