Innenpolitik

Regierung stellt 12.000 Tablets und Laptops für Bundesschüler bereit

Kinder, die keine digitalen Endgeräte für den Unterricht haben, bekommen bis Ende des Schuljahres Tablets oder Laptops zur Verfügung gestellt. Außerdem wurden Details zum Familienhärtefonds bekannt.

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) will verhindern, dass sich die Bildungsungleichheit durch die Coronakrise weiter verstärkt.  SN/APA/HELMUT FOHRINGER
Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) will verhindern, dass sich die Bildungsungleichheit durch die Coronakrise weiter verstärkt.

Etwa sechs bis sieben Prozent der Schülerinnen und Schüler in Österreich können mit Distance Learning derzeit nicht erreicht werden. Oft fehlen die digitalen Endgeräte, um am Unterricht teilnehmen zu können: "Dadurch verstärkt sich die Bildungsungleichheit", warnte Bildungsminister Heinz Faßmann am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz.

Der Bund wird deshalb 12.000 Tablets und Laptops für die Bundesschulen zur Verfügung stellen - also für AHS-Unterstufen, AHS-Oberstufen, berufsbildende mittlere Schulen und berufsbildende höhere Schulen. Die Geräte werden nicht verschenkt, sondern bis Ende des laufenden Schuljahres verliehen - und dann im nächsten Schuljahr wieder an anderen Schulen weiterverwendet. Bis Anfang Mai sollen alle Schülerinnen und Schüler, die Bedarf haben, einen Laptop oder ein Tablet bekommen. Der Bund nimmt dafür 5,5 Millionen Euro in die Hand.

Regierung übernimmt Stornokosten für Schulreisen zu 100 Prozent

Die zweite Hilfsmaßnahme im Bildungsbereich, die Faßmann vorstellte, betrifft die Stornokosten von Schulreisen. Rund 7000 Schulveranstaltungen wie Skikurse oder Sprachreisen mussten bis Ende des Schuljahres abgesagt werden. Dadurch würden hohe Stornokosten für die Eltern anfallen. Ein mit 13 Millionen Euro ausgestatteter Fonds wird diese Kosten zu 100 Prozent übernehmen. Es soll dafür keine soziale Bedarfsprüfung geben. Die Zahlungen sollen unbürokratisch funktionieren, betonte Faßmann. Er bat darum, die Anträge gesammelt über die Schulen zu stellen. Alle Schulen würden nach den Osterferien über die Vorgehensweise informiert werden.

Das sind die Bedingungen für Hilfe aus dem Familienhärtefonds

Familienministerin Christine Aschbacher stellte in der Pressekonferenz die Rahmenbedingungen für den mit 30 Millionen Euro dotierten Corona-Familienhärtefonds vor. Der Fonds unterstützt Familien, die aufgrund der Coronakrise unverschuldet in eine finanzielle Notlage geraten sind, mit einer einmaligen Zahlung, die nicht zurückgezahlt werden muss, wenn:

  • mindestens ein Elternteil nach dem 28. Februar seinen Arbeitsplatz verloren hat, oder
  • ein Elternteil in Kurzarbeit ist, oder
  • selbstständige Elternteile massive finanzielle Einbußen haben
  • die Familie bereits Familienbeihilfe bezieht.


Die Höhe der Beihilfe hängt vom normalen Familieneinkommen ab. Eine alleinerziehende Mutter etwa, die zuvor 1400 Euro verdient hat und nun in Kurzarbeit ist, soll drei mal 140 Euro bekommen - allerdings gesammelt am Beginn ausgezahlt. Ein weiteres Rechenbeispiel der Ministerin erklärte den Fall einer vierköpfigen Familie, die vorher 3000 Familieneinkommen gehabt hat und bei der der Vater als Hauptverdiener nun arbeitslos ist. Diese Familie bekommt insgesamt 2340 Euro aus dem Härtefallfonds. Die Obergrenze ist das monatliche Familieneinkommen. Die Anträge können ab 15. April an das Familienministerium gestellt werden. Ziel sei, den Einkommensverlust durch Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit annähernd auszugleichen, hieß es im Ministerium dazu. Die genauen Berechnungsgrundlagen will das Ministerium kommende Woche veröffentlichen.


Aufgerufen am 22.09.2020 um 04:09 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/regierung-stellt-12-000-tablets-und-laptops-fuer-bundesschueler-bereit-86010799

Kommentare

Schlagzeilen