Innenpolitik

Rekord-Zuwanderung durch Asylsuchende 2015

Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Österreich wuchs 2015 um mehr als 100.000 Personen. Mit 88.340 Asylanträgen verzeichnete Österreich im vergangenen Jahr so viele wie in den letzten fünf Jahren zusammen.

Rekord-Zuwanderung durch Asylsuchende 2015 SN/APA (dpa)/Friso Gentsch
Archivbild.

Im Durchschnitt des Jahres 2015 lebten rund 1,813 Millionen Personen (21,4%) mit Migrationshintergrund in Österreich, um 98.000 mehr als 2014 (1,715 Millionen). Von diesen waren 1,334 Millionen selbst im Ausland geboren, weitere 479.000 gehörten als in Österreich geborene Nachkommen von Eltern mit ausländischem Geburtsort der sogenannten "zweiten Generation" an. Dies geht aus dem Statistischen Jahrbuch für Migration und Integration hervor, das von der Statistik Austria am Montag veröffentlicht wurde.

Vergleichbar mit der Zuwanderung Mitte der 1950er-Jahre

Der Zuwachs der Personen mit Migrationshintergrund ergab sich 2015 aus den starken internationalen Wanderbewegungen. Als Zahl wird +113.067 Personen genannt, vergleichbar mit den Jahren 1956/57 - als Ungarn nach Österreich flüchteten. Dabei überlagerte sich eine fortgesetzt starke Zuwanderung aus anderen EU-Staaten (insbesondere Bildungsmigration aus Deutschland sowie Arbeitsmigration aus den südosteuropäischen EU-Staaten) mit dem Zuzug von Asylsuchenden aus dem Nahen und Mittleren Osten. Mit 88.340 Fällen verzeichnete Österreich im Jahr 2015 so viele Asylanträge wie in den letzten fünf Jahren zusammen (2010-2014: 88.408) und etwas mehr als dreimal so viele wie noch 2014 (28.064). Die meisten Asylwerberinnen und Asylwerber stammten 2015 aus Afghanistan (25.600), Syrien (24.500) und dem Irak (13.600).

17 Prozent sprechen nicht oder nur wenig Deutsch

17% der Bevölkerung mit Migrationshintergrund hatten Deutsch als Muttersprache, weitere 6% besaßen neben Deutsch noch eine zweite Muttersprache. Mehr als drei Viertel (77%) der Bevölkerung mit Migrationshintergrund hatten eine andere Muttersprache als Deutsch. Davon beherrschte ein Fünftel (21%) Deutsch ausgezeichnet, ein Drittel (33%) verfügte über fortgeschrittene und drei Zehntel (29%) über durchschnittliche Deutschkenntnisse. Ein Sechstel (17%) hatte keine bzw. geringe Deutschkenntnisse.

Große Unterschiede im Bildungsniveau

So verfügte 2014 fast jede zweite Person mit Migrationshintergrund (47%), deren Eltern maximal die Pflichtschule abgeschlossen hatten, ebenfalls über keinen höheren Bildungsabschluss. In der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund waren es dagegen nur 22%. Zugleich war allerdings der Anteil von Maturantinnen und Maturanten, deren Eltern maximal einen Pflichtschulabschluss hatten, in der Bevölkerung mit Migrationshintergrund deutlich größer (11%) als in der Vergleichsgruppe ohne Migrationshintergrund (7%). Gleiches galt auch für die Kinder von Personen mit abgeschlossener Lehre: Auch hier machten 20% der Kinder mit Migrationshintergrund eine Matura gegenüber 15% der Kinder ohne Migrationshintergrund. Bei Kindern mit und ohne Migrationshintergrund von Personen mit Matura bzw. Universitätsabschluss bestanden dagegen kaum noch Unterschiede im Bildungsniveau.

Quelle: SN

Aufgerufen am 24.09.2018 um 09:58 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/rekord-zuwanderung-durch-asylsuchende-2015-1154746

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